Gesucht: eine Software-Stiftung für die JVM-Sprache

Ist Groovy bald ein Eclipse- oder Apache-Projekt?

Redaktion JAXenter
Groovy

Groovy-Logo (Quelle: groovy.codehaus.org)

Mitte Januar gab das Unternehmen Pivotal bekannt, die beiden Open-Source-Projekte Groovy und Grails nach den nächsten Releases Ende März nicht länger sponsern zu wollen. Da auch die Kollaborationsplattform Codehaus, die bisherige Heimat Groovys, eingestellt werden soll, werden zur Zeit verschiedene neue Finanzierungs- und Hosting-Modelle geprüft und diskutiert.

Eclipse, Apache oder SFConservacy?

In einer gestern verfassten öffentlichen Mail an die Community legt Cédric Champeau (Pivotal) vom Groovy-Entwicklerteam die Optionen für die Programmiersprache auf den Tisch. Unabhängig davon, ob und wie eine weitere Finanzierung zustande komme, werde Groovy einer Software-Stiftung übergeben. In der engeren Auswahl sind zur Zeit drei Kandidaten: die Apache Foundation, die Eclipse Foundation und die Software Freedom Conservancy, die u. a. auch Git und Mercurial beherbergt.

Das Abwägen der Vor- und Nachteile erinnert an die Situation, in der sich das Projekt Vert.x vor zwei Jahren befand, nachdem der Projektleiter Tim Fox vom ursprünglichen Vert.x-Sponsor VMware zum Rivalen Red Hat gewechselt war. Wohl auch deshalb ist Vert.x-Entwickler Stuart Williams unter den Diskutanten im Thread unter der Mail.

SFConservacy als Favorit?

Das Groovy-Team hat recht präzise Erwartungen an die neue Heimat, die Champeau allesamt aufzählt: Wichtig ist ihm u. a., dass die Programmiersprache für die Java Virtual Machine auch weiterhin unter Apache-2.0-Lizenz steht und in puncto Governance-Modell nicht an die strengen Vorgaben einer Foundation gebunden ist. Letzteres wäre bei Apache und Eclipse der Fall, während die Software Freedom Conservany ihren Projekten mehr Freiraum gewährt.

Auch in anderen Bereichen – Infrastruktur, Tools, Projektgeschichte – scheint sich die SFConservancy als Favorit des Groovy-Teams herauszukristallisieren. Nach dem Laissez-faire-Prinzip würde sie dem Groovy-Team weniger Anpassungsarbeiten abverlangen und ihm keine ungewollten Prozesse oktroyieren. Die Apache und insbesondere die Eclipse Foundation sind, zumindest durch die Brille Champeaus, an vielen Stellen wesentlich restriktiver.

Doch auch die SFConservacy hat Nachteile: Da sie keinerlei Infrastruktur zur Verfügung stellt, würde das Groovy-Team seine eigene aufbauen müssen. Das kostet Zeit. Und Geld.

Noch wird keine der drei Optionen ausgeschlossen, wie Champeau betont. Der Entscheidungsprozess ist völlig offen; er soll durch Wortbeiträge aus der Community vorangetrieben werden, die in dem offenen Thread gepostet werden können.

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