Serverless auf dem Unternehmensserver

IronFunctions: Die neue Open-Source-Plattform für Serverless

Dominik Mohilo

© Shutterstock.com / Khakimullin Aleksandr

 

Polyglott, serverless und systemagnostisch: die neue Open-Source-Plattform IronFunctions von iron.io möchte möglichst viele Entwickler und Unternehmen ansprechen. Dabei geht es vor allem darum, die Vorteile der Cloud und von Serverless auf die Firmenserver zu holen. Klingt bizarr, ist aber genau das, was viele Unternehmen sich wünschen.

Die neue Open-Source-Serverless-Plattform IronFunctions möchte die Produktivität von Entwicklern verbessern, indem sich diese ganz auf den Code konzentrieren können. Systemmanagement und Infrastruktur sollen keine Rolle mehr spielen, denn die Plattform läuft praktisch überall: auf privaten oder öffentlichen Clouds, Hybrid-Clouds und sogar auf dem eigenen Laptop. Die Serverless-Plattform lässt sich auf populären Orchestrierungsframeworks wie Kubernetes oder Mesosphere ausführen, aber auch innerhalb von PaaS-Laufzeitumgebungen wie CloudFoundry oder OpenShift.

Der Vorteil der Plattform liegt für große Unternehmen vor allem darin, Serverless zu arbeiten, allerdings auf den eigenen Servern und nicht in der Cloud bei Amazon. Ein bizarres Konstrukt, das aber eben genau die Wünsche vieler Fortune 500 Unternehmen anspricht, wie Tracis Reeder, Chief Technology Officer und Co-Founder von iron.io, sagt.

Features

Die große Kompatibilität wird durch die Verwendung von Containern als grundlegende Technologie erreicht: IronFunctions lässt sich überall dort ausführen, wo auch Docker-Container ausgeführt werden können. Ein weiterer Vorteil, der sich nahtlos daraus ergibt, betrifft die Sprachfähigkeit der Plattform: IronFunctions ist polyglott. Natürlich gibt es dabei kleinere Einschränkungen, den eingebauten Lambda Wrapper etwa gibt es nicht für alle Sprachen.

Synchrone und asynchrone Functions sind mit IronFunctions möglich, genau wie sogenannte Worker Jobs. Entwickler können APIs, Microservices und Functions erstellen und sie frei miteinander kombinieren. Functions sind dabei kleine Code-Abschnitte, die für genau einen Zweck geschrieben werden.

IronFunctions UI / Quelle: iron.io via GitHub

IronFunctions UI / Quelle: iron.io via GitHub

Das AWS Lambda Format wird von IronFunctions vollständig unterstützt. Dadurch lassen sich die gleichen Funktionen auf jeder Plattform nutzen, die Umgebung ist dabei ganz ähnlich der von AWS Lambda selbst. Auch der Import von neuen Funktionen, die auf Amazon gehostet werden, ist problemlos möglich. Dem gefürchteten „Vendor Lock-in“ wird durch die Verwendung der Plattform ein Schnippchen geschlagen.

Ausblick

IronFunctions ist in Googles Programmiersprache Go geschrieben und derzeit wird Docker für die Nutzung vorausgesetzt. Doch die Erweiterung der Funktionsvielfalt ist bereits in Planung und die Plattform wurde prinzipiell im Hinblick auf Erweiterbarkeit konzipiert. Ein erster Schritt in diese Richtung ist die geplante Unterstützung von rkt.

Mit Plattformen wie IronFunctions haben Unternehmen die Möglichkeit, die Vorteile aus dem Cloud- und Serverless-Computing zu nutzen, ohne sich von einem Cloud-Anbieter wie Amazon abhängig zu machen. Gerade Unternehmen, die ihre Daten lieber auf den eigenen Servern wissen und für die Sicherheit eine große Rolle spielt, könnten also von dieser neuen Art der Hybrid-Cloud profitieren.

Weitere Informationen zu IronFunctions gibt es auf der GitHub-Seite des Projektes und der offiziellen Pressemitteilung von iron.io.

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Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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