IoTivity – ein Standard (von vielen) für das Internet of Things

Redaktion JAXenter
© shutterstock.com/CarmenKarin

„[E]twas, was als mustergültig, modellhaft angesehen wird und wonach sich anderes richtet; Richtschnur, Maßstab, Norm“. So definiert der Duden das Wort „Standard“. Doch mit Standards ist das so eine Sache: Bevor sich einer etablieren kann, muss er sich erst bewähren – und zwar im Wettbewerb mit anderen Standard-Anwärtern. Bis dahin fällt der verbindliche, aber auch überstrapazierte Begriff, dem sein militärischer Ursprung bis heute etwas Respekteinflößendes verleiht, wohl eher unter die Rubrik Marketing-Sprech.

IoTivity

Ein solcher Wettbewerb der Vor-Standards ist derzeit auf dem geradezu exponentiell wachsenden Internet-of-Things-Markt zu beobachten: Ein selbst ernannter Standard nach dem anderen wirbt um die Gunst der potentiellen Nutzer. Die Wortwahl ist immer ähnlich: Von Milliarden von Geräten, die miteinander kommunizieren wollen, ist die Rede, von Open Source, Interoperabilität und Kooperation. Jüngst hat die Linux Foundation, Schirmherrin des IoT-Konsortiums AllSeen Alliance und des Drohnenprojekts Dronecode, einen Standard-Framework-Kandidaten ins Rennen geschickt. Sein Name: IoTivity. Im Rahmen dieses Projekts soll „yet another“ Open-Source-Referenzimplementierung entstehen, und zwar jener Standards, die „yet another“ Industrieverband, das Open Interconnect Consortium (OIC) festlegt. Dem OIC wiederum gehören u. a. der Netzwerkausrüster Cisco, Samsung, Intel, General Electric, Atmel, Dell und Siemens an, insgesamt 50 Mitglieder.

Noch Ende Dezember wurde Version 0.9.0 des Frameworks freigegeben. Darin wird bereits eine Vielzahl an Technologien unterstützt: für die Konnektivität UDP/IP, CoAP sowie MQTT per Plug-in, außerdem Android, Tizen, Arduino, das Linux-eigene Yocto-Projekt sowie das plattformunabhängige Buildwerkzeug SCon. Entwickelt wird in C/C++, einige Funktionen unterstützten jedoch auch Java. Der Code steht unter Apache-2-0-Lizenz. Codebeiträge können über den Gerrit-Server des Projekts zum Review eingereicht werden.

Jim Zemlin, Direktor der Linux Foundation, gibt zur Gründung des IoTivity-Projekts folgendes Statement ab:

The ability for devices and machines to communicate will unleash a whole new world of technology innovation. Open source software and collaborative development are the building blocks to get us there. IoTivity is an exciting opportunity for the open source community to help advance this work.

Es wird spannend zu beobachten, ob sich langfristig ein Standard durchsetzen wird – oder ob am Ende viele kleine Standards den Markt fragmentieren, sprich: das Gegenteil der Ideale bewirken, die die einschlägigen Konsortien (u.a. M2M Alliance, Eclipse IoT, Brigde Alliance, AllSeen Alliance, Industrial Internet Consortium (IIC), das Internet of Things Consortium, die Thread Group) unisono beschwören.

Einen genaueren Blick auf die IoT-Konsortien-Landschaft wirft übrigens Thomas Eichstädt-Engelen in seinem Vortrag auf der Internet of Things Conference 2015. Seien Sie dabei!

Aufmacherbild: Stamp with word standard inside, vector illustration von shutterstock.com / Urheberrecht: CarmenKarin

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