IoT Connector: Proposal für neues Eclipse-IoT-Projekt vorgelegt

Michael Thomas

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Dem Reigen der Eclipse-IoT-Projekte könnte sich schon bald ein Neuankömmling anschließen:
Das aktuell als Proposal vorliegende Projekt IoT Connector will eine einheitliche Remote-Service-Schnittstelle bieten, die sowohl die Nachrichtenaustauschmuster Telemetry als auch Command & Control unterstützt.

Die meisten IoT-Projekte der Eclipse Foundation unterstützen „klassische“ Enterprise-Lösungen, d. h. eine Anzahl gleichartiger Geräte, die mit einer ganz bestimmten, auf einer dedizierten Server-Infrastruktur gehosteten Anwendung verbunden sind. Diese Vorgehensweise führt in vielen Fällen jedoch zu voneinander unabhängigen Silo-Anwendungen, die jeweils ihr ganz eigene, begrenzte Gerätepalette verwalten. Die damit einhergehenden Nachteile, wie beispielsweise die ineffiziente, repetitive Implementierung von Funktionen (wie der Gerätekommunikation) und die mangelhafte horizonatel Skalierung, möchte das Eclipse-Projekt IoT Connector, das zur Zeit als Proposal vorliegt, angehen.

Das Projekt zielt auf die Schaffung einer einheitliche Remote-Service-Schnittstelle, die sowohl die Nachrichtenaustauschmuster Telemetry als auch Command & Control unterstützt, ab. Zu diesem Zweck führt das Projekt auch ein Standard-Interface für die Identitätsverwaltung und die Zugriffskontrolle ein. Dabei greift das Projekt auf bestehende Infrastruktur-Komponenten zurück; zusätzliche Message-Broker-Implementierungen sind also nicht zu erwarten. Die Architektur zielt auf eine allgemein gehaltene, cloudbasierte IoT-Plattformarchitektur ab, die den Entwicklern regelmäßig anfallende technische Aufgaben abnimmt.

Der zweigleisige Informationsfluss kann folgendermaßen beschrieben werden:

  • Telemetry (Upstream): Daten, die – zumeist unidirektional – von einem Gerät über das Back-End zu einem Konsumenten (z. B. einer betriebliche Anwendung) fließen.
  • Command & Control (Downstream): Nachrichten, die vom Back-End zu den Komponenten fließen, wobei es sich häufig um den Aufruf der Funktionalität eines Geräts handelt. Im Gegensatz zum Upstream-Datenfluss erwartet die Back-End-Komponente in der Regel eine Antwort des Geräts.

IoT Connector soll das zentrale Verbindungsstück zwischen den gerätezugewandten Protokolladaptern, zusätzlichen wiederverwendbaren Back-End-Komponenten, sowie den IoT-Lösungen, die die Daten und Services der Geräte nutzen, bilden.

Entwickler sollen das Projekt nutzen können, um auf einheitliche Weise mit den verschiedensten Geräten zu interagieren, ohne dabei auf deren Kommunikationsprotokolle achten zu müssen. Dabei sollen sich mehrere Lösungen die selbe Instanz innerhalb einer gemeinsam genutzten Cloud-Umgebung und damit die Daten und Funktionen aller verbundenen Geräte teilen können.

IoT Connector schützt sich auf mehrere Technologien aus dem Eclipse-IoT-Umfeld, namentlich Leshan (Java-Implementierung des OMA Lightweight M2M Protokolls), Californium (Implementierung des Constrained Application Protocol), Mosquitto (MQTT-Broker) und Paho (quelloffene Implementierungen von Standard-Messaging-Protokollen im Machine-to-Machine-Bereich).

IoT Connector wird unter der Eclipse Public License 1.0 stehen. Mit einem ersten Release kann voraussichtlich im dritten Quartal 2016 gerechnet werden.

Aufmacherbild: internet of things von Shutterstock / Urheberrecht: a-image

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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