Radioaktive Einhörner und HTML5: Finale Version von Ionic 1.0.0 erschienen

Michael Thomas

Ionic-Logo (Quelle: ionicframework.com)

Nach insgesamt 14 Beta-Versionen und 5 Release Candidates hat das Framework Ionic vor kurzem seine erste, „Uranium-Unicorn“ getaufte, Hauptversion erreicht.

Bei Ionic handelt es such um ein quelloffenes Framework, das fertige Frontend-Komponenten für die Entwicklung von mobilen Hybrid-Apps (also plattformübergreifende Apps) auf der Basis von HTML5, CSS3, SASS und AngularJS bietet.

Im Hinblick auf JavaScript stützt sich Ionic auf AngularJS, was konkret bedeutet, dass es sich bei den UI-Komponenten des Frameworks um Direktiven handelt. Zusätzlich zu den Frontend-Komponenten liefert Ionic ein Kommandozeilen-Tool, das für Scaffolding und – falls erwünscht bzw. erforderlich – für die Integration von Cordova/PhoneGap genutzt werden kann. Notwendig ist letzteres für das Packaging von Ionic-Apps zwar nicht, allerdings scheinen die Entwickler eine Präferenz für die Technologie zu hegen.

Neu in Version 1.0.0

Den Entwicklern zufolge handelt es sich bei Ionic 1.0.0 im Gegensatz zu den Vorgängerversionen, die teils massive Überarbeitungen darstellten, um ein Release, das sich in erster Linie um die Optimierung der Stabilität dreht. Nichtsdestotrotz enthält es einige neue Features, die das Entwicklererlebnis nochmals verbessern sollen.

Dazu gehört unter anderem der offizielle Support nativen Scrollings (bislang allerdings nur für Android) sowie eine Überarbeitung von Ionics Collection-Repeat-Funktion, die inspiriert von iOS’s UITableView dem Scrollen großer Listen dient. Collection Repeat sorgt dafür, dass während des Scrollens beständig Elemente ausgetauscht werden, damit immer nur die minimal notwendigen gerendert werden.

Die Wischgeste „Swipe to go back“ nutzte bislang statische Animationen, um die Titelnavigationsleiste und die „Zurück“-Tasten zu animieren; stattdessen kommen nun interaktive Übergänge zum Zuge: Bricht man die Wischgeste an einem bestimmten Punkt ab, „schnappt“ die Ansicht entweder zurück oder der Seitenwechsel wird vollendet.

Da die bislang in Ionic enthaltenen animierten Font Icons je nach OS und Browser wie statische Inhalte gerendert wurden, ergaben sich bei den Usern verschiedenste Darstellungsprobleme. Durch die neuen SVG Spinner fallen die Icons nicht mehr unter das Font Rendering der Browser; außerdem konnten die Ionic-Macher durch die Verwendung von Angular verschiedene Icons in einer Direktive zusammenfassen, wodurch sich Entwickler nicht mit dem SVG-Markup beschäftigen müssen.

Mehr als ein Framework

Seit seinem ersten Alpha-Release Ende 2014 hat es Ionic geschafft, sich zu einem der beliebtesten Open-Source-Projekte auf GitHub zu mausern: Demnach haben mehr als 16.000 User Ionic in ihre Favoritenliste aufgenommen; insgesamt wurden insgesamt über 600.000 Ionic-Apps erstellt. Einige davon haben es u. a. zum Featured App bzw. unter die Top Ten diverser App Stores gebracht.

Auf derartigen Lorbeeren wollen sich die Framework-Macher jedoch nicht ausruhen: So soll parallel die Entwicklung der Ionic Platform-Dienste vorangetrieben werden. Diese sollen die App-Entwicklung noch weiter erleichtern: Mit nur wenigen Klicks soll es demnach möglich sein, alle Apps mit nützlichen Tools zu bestücken. Dazu gehört beispielsweise Ionic Push, dass die Versendung von Push-Benachrichtigungen auf mehrere Plattformen ermöglicht. Mit Ionic Deploy können Apps aktualisiert werden, ohne dass sie erneut an die App Stores gesendet werden müssen; außerdem macht die Funktion den jederzeitigen Rollback auf eine frühere Version bzw. die jederzeitige Rücknahme von Änderungen möglich. Ionic Analytics verfolgt sämtliche User-Interaktionen mit der jeweiligen Ionic-App, um eine leichte Identifizierung von Schwachstellen zu bieten.

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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