Interview mit Renato Losio

„Vorerst sind Serverless-Datenbanken noch ein großes Fragezeichen“

Marcel Richters

Renato Losio

Wir haben im Rahmen der DevOpsCon 2018 mit Renato Losio, Senior Software-/Systemarchitekt bei Funambol, über Datenbanken in der Cloud gesprochen. Wie geht es weiter, welche Rolle spielen Serverless-Datenbanken und wie funktionieren Container und Serverless zusammen? Die Antworten gibt es in unserem Interview.

JAXenter: Wie hoch sind die Betriebskosten für den Betrieb relationaler Datenbanken in der Cloud? Wie sieht es mit den Herausforderungen aus?

Renato Losio: Im Bereich relationale Datenbanken in der Cloud sind wir schon lange über den Punkt hinaus, an dem man Replikationen, Backups und Punkt-zu-Punkt-Wiederherstellungen noch selbst verwalten musste. Aber in jeder elastischen Umgebung oder kontinuierlichen Einsatzstrategie sind sie immer noch der schwierigste Teil und der offensichtlichste Engpass.

JAXenter: Ist Serverless die Antwort?

Renato Losio: Vorerst sind Serverless-Datenbanken noch ein großes Fragezeichen. Es gibt aber immer mehr Optionen, um eine relationale Datenbank in der Cloud bereitzustellen. Allein auf Amazon RDS sind Dutzende von Instanzklassen und -typen für den Betrieb eines MySQL-Servers verfügbar, die verschiedene Optionen zur Verwaltung des Speichers und ohne offensichtliche Automatisierung enthalten. Der Schritt vorwärts wird die Möglichkeit sein, einige dieser Optionen auszublenden und für den Benutzer transparent zu machen.

JAXenter: Wird Serverless als Konkurrent zur Container-basierten Cloud-Infrastruktur gesehen oder gehen sie Hand in Hand?

Renato Losio: Ich glaube, da es gibt Platz für beide. Die Umstellung von Anwendungen und Produkten auf Container-basiert ist einfacher, aber Serverless ist besser geeignet, um verschiedene Infrastrukturkomponenten und ereignisgesteuerte Architekturen zu integrieren.

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JAXenter: Welche Auswirkungen hat Serverless auf DevOps?

Renato Losio: Insgesamt geht es um Prozessverbesserungen – vom Monitoring bis zur ereignisgesteuerten Architektur. Und um die Fähigkeit, nicht-funktionale Anforderungen mit einer einfachen Funktion zu erfüllen.

JAXenter: Maciej Winnicki, Principal Software Engineer bei Serverless Inc., sagte uns auf der DevOpsCon 2017, dass „Serverless eine Revolution der Cloud ist“, argumentiert aber, dass „sie noch in den Kinderschuhen steckt“. Stimmst du ihm zu?

Renato Losio: Dem kann ich uneingeschränkt zustimmen, ja.

JAXenter: Was genau konnten die Besucher der Konferenz aus deiner Session mitnehmen?

Renato Losio: Einen Überblick über die wichtigsten Optionen und Herausforderungen beim Betrieb einer relationalen Datenbank in der Cloud mit ein paar Beispielen auf Amazon RDS, wo selbst eine einfache vertikale Skalierung schwer zu automatisieren ist und nach hinten losgehen kann.

Renato Losio is a software and cloud architect, a digital nomad and a slow runner.
He has over 10 years experience as a software engineer, tech lead and cloud services specialist in Italy, UK, Portugal and Germany. He currently lives in Berlin and works remotely as senior software/system architect for Funambol inc. Location-based services and relational databases are his main working interests. He holds a MSc degree in Physics and a MSc in Computing Science.
Geschrieben von
Marcel Richters
Marcel Richters
Marcel hat Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main studiert und danach als E-Commerce-Manager gearbeitet. Seit Februar 2018 unterstützt er das Team von JAXenter als Redakteur. Daneben arbeitet er als freier Journalist in der Mainmetropole.
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1 Kommentar auf "„Vorerst sind Serverless-Datenbanken noch ein großes Fragezeichen“"

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Niko
Gast

Hm, von Amazon DynamoDB (serverless NoSQL Datastore) und AWS Aurora Serverless (serverlose relationale DB) hat dieser Mensch wohl noch nie was gehört..!? Schade! Vielleicht sollte er sich das mal anschauen, gerade Aurora Serverless wird ein ganz neues Betriebsmodell der RDBS zur Verfügung stellen!