Interview mit Martin Lippert zu STS 3.0

Eclipse Magazin: Gibt es weitere neue Features und Highlights, die nicht unerwähnt bleiben sollten?

Martin Lippert: Das Release 3.0.0 beinhaltet natürlich auch eine Reihe von inhaltlichen Erweiterungen. Für Spring-Entwickler haben wir erstmals Support für Spring Data integriert und den Projekt-Template-Mechanismus erweitert. Damit wird es um ein Vielfaches einfacher, eigene Template-Projekte zu erstellen und einzubinden. Im Groovy/Grails-Bereich ist sicherlich der Support für Grails 2.1 und Groovy 2.0 zu nennen.

Eclipse Magazin: Wir sehen uns dieses Jahr auch auf der W-JAX in München. Erzähl mal kurz, welche Themen du da abdecken wirst!

Martin Lippert: Ich werde dort über zwei Themen sprechen: Das erste betrifft ein Thema, das mich schon seit einiger Zeit beschäftigt und nicht in Ruhe lässt: Die Zukunft von IDEs und Entwicklungswerkzeugen im Zeitalter von Cloud- und Webanwendungen. Mir stellt sich einfach die Frage, inwieweit wir in Zukunft auch komplette IDEs im Browser sehen werden, ob das überhaupt sinnvoll ist, und wenn ja, wofür genau. Ich werde versuchen, einen Überblick über aktuelle Entwicklungen zu geben und meine persönliche Einschätzung diskutieren. Im zweiten Vortrag spreche ich über die Kombination von Spring und JavaScript und warum ich glaube, dass das eine gute und sinnvolle Kombination ist.

Eclipse Magazin: Spring und JavaScript arbeiten gut zusammen – muss sich Java anstrengen, um zukünftig in der Webwelt nicht den Kürzeren zu ziehen?

Martin Lippert: Ich glaube, dass Java auf absehbare Zeit keine Rolle mehr spielen wird, wenn es um das UI einer browserbasierten Anwendung gehen wird. Die Zeiten, in denen wir mit JSP-Seiten serverseitig Seiten aufgebaut und zum Browser geschickt haben, sind vorbei, denke ich.

Der Browser wird immer mehr zu einer Plattform, auf deren Basis sich vollwertige und reichhaltige Clientanwendungen implementieren lassen. Und die dominierende Sprache dort ist JavaScript, ergänzt um entsprechende Varianten wie beispielsweise CoffeeScript.

Auf der Serverseite sieht die Landschaft anders aus. Dort ist Java und vor allem die JVM immer noch die dominierende Plattform, und wird es aus meiner Sicht auch vorerst bleiben. Und Projekte wie vert.x oder auch die Asynchronous-IO-Erweiterungen für Spring MVC (in Spring 3.2) zeigen, dass sich die Java- und JVM-Plattform dort auch nicht vor node.js oder Ruby verstecken muss.

Eclipse Magazin: Vielen Dank für dieses Interview!

Martin Lippert arbeitet bei SpringSource/VMware an Entwicklungswerkzeugen für die Spring-Plattform. Darüber hinaus arbeitet er an OSGi-Runtime-Technologien und ist Open Source Committer. Bevor Martin zu SpringSource gegangen ist, gründete er mit Kollegen die it-agile GmbH und arbeitete lange Jahre als Berater und Coach im Bereich agiler Softwareentwicklung und leicht änderbarer und modularer Architekturen. Er ist Autor zahlreicher Artikel über agile Softwareentwicklung, Eclipse-Technologien und Refactoring sowie von Büchern über eXtreme Programming und Refactoring.
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