Interesse an IT-Berufen steigt

Konstanze Löw
©Shutterstock/Filipe Frazao

Positive Nachricht für die IT-Branche: Das Interesse von Schülern am Erlernen eines IT-Berufs steigt langsam an. Während sich im Jahr 2010 23% der befragten Schüler eine berufliche Zukunft in der IT vorstellen konnten, ist die Zahl im Jahr 2014 auf 25% gestiegen. Das ist eines der Ergebnisse, die bei einer vom Branchen-Verband BITKOM beauftragten Studie zum Vorschein kamen.

Geschlechter-Unterschiede

Das Interesse an IT-Berufen unterscheidet sich zwischen den Geschlechtern weniger, als man vermuten könnte. Das der Mädchen liegt mit 23% nicht weit hinter dem der Jungen (27%). Dieser Trend spiegelt sich auch bei einem Blick auf die Hochschulen wider. Informatik-Studiengänge erfreuen sich einem wachsenden Zulauf, die Zahl der weiblichen Studierenden ist im Vergleich zum Vorjahr um 5,6% gewachsen. Trotz allem sprechen wir hier noch immer von einem herrengeprägten Fach – im vergangenen Jahr waren 77,5% der Erstsemester männlich.

Die Schulform spielt eine Rolle

Das Interesse an IT-Berufen ist deutlich von der Art der besuchten Schulform abhängig. Mit dem Bildungsgrad scheint auch die Neigung zu einer Karriere in der IT anzusteigen: Während 32% der Gymnasiasten und 21% der Gesamtschüler sich einen solchen Beruf vorstellen können, liegt die Zahl der Realschüler bei 16%. Hauptschüler sehen ihre Zukunft mit nur 12% am seltensten in der IT-Branche – dabei warten bei einem der größten industriellen Arbeitgeber Deutschlands 41.000 freie Stellen auf die Absolventen.

Der Kampf um den Nachwuchs

Diese hohe Zahl unbesetzter Stellen lässt die aktuelle Forderung nach Informatik als Schulfach bedenken. Damit Deutschland in der IT-Welt wettbewerbsfähig bleibt, müssten zukünftig mehr Spezialisten in dieser Branche ausgebildet werden, fordert BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf.

Angesichts von 41.000 offenen und nur schwer zu besetzenden Stellen sind die Jobaussichten für gut ausgebildete Absolventen hervorragend.

Schon häufiger wurde in der Vergangenheit das geringe Interesse an einer IT-Karriere beklagt. Dieses Problem wurde unter anderem mit der nur schleppend laufenden Nachwuchsförderung begründet, die in dem Artikel „Das Hobby meines Kindes? Programmieren!“ thematisiert wird. Auch wenn im Bereich der Nachwuchsförderung zweifellos Potential nach oben ist: Die aktuelle Studie zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Die vorgestellten Ergebnisse entstammen einer telefonisch durchgeführten Umfrage. Hierzu hat Bitkom Research zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut Aris 512 Schüler im Alter von 14 bis 19 Jahren befragt.

Aufmacherbild: Dream Job, next exit creative road sign and clouds von Shutterstock / Urheberrecht: Filipe Frazao

Geschrieben von
Konstanze Löw
Konstanze Löw
Konstanze Löw hat Germanistik und Kommunikationswissenschaft in Jena studiert. Seit November 2014 arbeitet sie als Volontärin bei der S&S Media Group für die Zeitschriften Java Magazin, Eclipse Magazin und das Portal JAXenter.
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