Interaktive Agilität: Der Agile Interactive Day der JAX 2011 - JAXenter

Interaktive Agilität: Der Agile Interactive Day der JAX 2011

Hartmut Schlosser

Sonntag, 01.05.2011. Ein etwas überstürzter Aufbruch aus Hamburg in Richtung Mainz – auf zur JAX 2011, auf der ich morgen beim Agile Interactive Day eine Session zum Thema „Agile Aufwandsschätzung 2.0“ habe. Als ich nach langer Reise dann endlich im Hotel aufschlage, treffe ich mich noch mit anderen Speakern des Agile Interactive Day: Christiane Philipps, Sebastian Eichner, Holger Koschek und Martin Heider. Und 10 Jahre Agiles Manifest und die agilen Bewegungen sorgen doch für einigen Gesprächsstoff. Wo geht es hin? Was sind die derzeitigen Entwicklungen? Das allzeit beliebte Thema der Zertifizierungen usw.

Der nächste Morgen beginnt mit einem super Frühstück zusammen mit Holger und Sebastian mit Blick auf den Rhein. Von hieraus ist es nur ein Katzensprung zur Rheingoldhalle, in der Martin um 9:00 Uhr den Agile Interactive Day mit den entsprechenden Hashtags für Twitter (#aid und #jaxcon) eröffnet und mir die Bühne überlässt. Zwar merkt man dem Publikum anfänglich noch ein wenig Schwere vom Wochenende an, aber dem kann Abhilfe verschafft werden. Immerhin handelt es sich um den Interactive Day 🙂

Das Publikum lernt in der Session „Agile Aufwandsschätzung 2.0“ drei „neue“ Methoden zur Aufwandsschätzung kennen: das Team Estimation Game von Steve Bockman, Color Coding und Dynamic Team Estimation von Brad Swanson und mir. Nach einer kleinen Verschnaufpause betreten die Herren von it-agile die Bühne und widmen sich dem Thema „Code Katas“. Arne Roock präsentiert eine Kata aus dem Shotokan-Karate und anschließend werden von Bernd Schiffer Zusammenhänge zwischen dieser „klassischen“ Kata und uns Softwerkern mit einem hohen Unterhaltungsfaktor hergeleitet. Praktisch runden Marko Schulz als Code Monkey, Sebastian Sanitz, Arne Roock und Bernd Schiffer die zweite Session des Tages ab, die in einer offenen Diskussionsrunde pro Tisch über Code Katas, deren Einführung, Praktiken, etc. endet. Und nun ab zum Mittag.

Dem Nachmittag gehören zwei Sessions, die von Christiane, Sebastian Eichner, Holger und Martin gehalten werden. Ich darf sie dabei glücklicherweise unterstützen. Es geht los mit „Nobody’s perfect“, einem Kartenspiel, in dem mit Problemen gespielt wird. Hier kann man gerade im späteren Verlauf der Session wunderbar die Dynamiken beobachten, die entstehen, wenn selbst sich fremde Personen über Probleme des Berufsalltags sprechen, denn das ist der Fokus des Spiels: Soziale und/oder technische Probleme aufdecken und mögliche Lösungsansätze finden. Es eignet sich gerade für junge Teams als Eisbrecher oder als eine neue Möglichkeit für die Retrospektiven. Ich für meinen Teil bin ziemlich begeistert von dem Potential, welches in diesem Spiel steckt. Der Tag schließt in einer weiteren Kartenspielsession, in der es für fünf Teams einen Wettbewerb gibt. Aufgabe ist es, 128 Karten zu sortieren. Ähnlich wie beim Ball Point Game hat man zuerst Zeit, eine Planung und ein Committment („Wie lange brauchen wir?“) abzugeben. Anschließend wird „gearbeitet“, also Karten sortiert und abschließend eine Retrospektive gemacht. Insgesamt sieben Runden werden gespielt und auch hier sind sehr viele interessante Dinge zu beobachten.

Ich für meinen Teil fand den Agile Interactive Day äußerst interessant und mehrwertig und denke, dass alle, die hier teilgenommen haben, etwas für sich mitnehmen konnten, das auch direkt im beruflichen Alltag Anwendung finden kann. Die vielen Diskussionen im Anschluss haben mal wieder gezeigt, dass das Thema Agil und die Anwendung agiler Methoden usw. noch lange nicht abgeschlossen sind. Alles in allem rundum gelungen – ich freue mich schon auf das nächste Jahr und den Agile Interactive Day auf der JAX.

Björn Jensen arbeitet bei der Silpion IT-Solutions GmbH als Agile Coach. Er hat als Entwickler, Scrum Master und Product Owner Erfahrung in Projekten und Organisationen unterschiedlichster Größe gesammelt. Sein Fokus liegt auf agilen Arbeitsweisen, deren Grenzen und dem, was dahinter liegt. Er ist Gründer und Organisator der Java User Group Hamburg und der Android User Group Hamburg.

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Hartmut Schlosser
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