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Die Änderungen im Überblick

Finale Version von IntelliJ IDEA 15 veröffentlicht

Michael Thomas

IntelliJ IDEA-Logo / Quelle: jetbrains.com

Rund einen Monat nach Veröffentlichung der ersten Preview von IntelliJ IDEA 15
hat JetBrains das Release der finalen Version der integrierten Entwicklungsumgebung bekannt gegeben. Wie es sich für ein Major Release gehört, stecken in der neuen Hauptversion zahlreiche neue Features. Der Artikel wirft einen Blick auf einige der neuen Funktionen.

Debugger

Bei Verwendung von Step Into oder Run to Cursor stoppt IntelliJ IDEA 15 beim entsprechenden Lambda-Ausdruck; außerdem fragt die IDE den User beim Hinzufügen eines Breakpoints zu einer Zeile, die einen Lambda-Ausdruck enthält, danach, an welchem Punkt genau gestoppt werden soll – die IDE wird also Java 8-freundlicher.

IntelliJ IDEA debugging_lambda

Debugger und Lamda-Ausdrücke in IntelliJ IDEA 15 (Quelle: http://blog.jetbrains.com)

Eine Änderung am Code Formatter soll die Konfiguration der Code Style-Einstellungen erleichtern: Mithilfe des Quickfix Adjust code style setting kann ein markierter Codeteil demnach entsprechend geändert werden – Live-Preview inklusive.

IntelliJ IDEA adjust_code_style_settings

Code Style-Einstellungen in IntelliJ IDEA 15 (Quelle: http://blog.jetbrains.com)

Mit Force Early Return verfügt der Debugger zudem über eine neue Aktion, mit deren Hilfe der Return der aktuellen Methode erzwungen werden kann, ohne weitere Instruktionen von ihr auszuführen.

Support für ReactJS und Gradle/SBT

Beim Import eines Gradle/SBT-Projekts besteht nun die Möglichkeit, statt des gesamten Projekts nur einzelne Module zu importieren. Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Modulen werden dabei automatisch berücksichtigt, d.h. die entsprechenden Module werden von der IDE selbstständig ausgewählt. User, die React für die Erstellung von User Interfaces in Webanwendungen nutzen, können sich u. a. über Codevervollständigung und die Navigation für CSS Klassennamen sowie Warnungen bei nicht geschlossenen HTML-Tags freuen.

Modulauswahl bei Gradle/SBT-Import (Quelle: http://blog.jetbrains.com)

Modulauswahl bei Gradle/SBT-Import (Quelle: http://blog.jetbrains.com)

Anzeige laufender Konfigurationen

Um potentielle Konflikte bei mehreren laufenden Instanzen zu verhindern, verfügte IntelliJ IDEA bereits über die Single instance only-Option, allerdings war es dem User bislang nicht möglich, herauszufinden, ob eine Konfiguration läuft oder nicht. Nun besteht Abhilfe: Ab sofort weist jede laufende Konfiguration einen kleine grüne Anzeige auf. Lässt man eine Konfiguration als Single instance only laufen, so zeigt IntelliJ IDEA in der Toolbar statt der Run– die Restart-Option an. Im Falle von mehreren laufenden Instanzen einer Konfiguration wird statt einem kleinen grünen Kreis ein Zähler mit der Anzahl der laufenden Instanzen angezeigt.

Darüber hinaus kann über den Punkt Menus and Toolbars die derzeit laufende Konfiguration gestoppt werden. Bei mehr als einer laufenden Konfiguration kann entsprechend ausgewählt werden, welche gestoppt werden soll und welche nicht.

Indication for Running Configurations (Quelle: http://blog.jetbrains.com)

Indication for Running Configurations (Quelle: http://blog.jetbrains.com)

Dynamische Warnung vor Codeduplikaten

Eine durchschnittliche Codebasis enthält meist zahlreiche Quelltextklone. Um diese zu beseitigen und damit den Code prägnanter und stabiler zu machen, verfügt IntelliJ IDEA über das Locate Duplicates-Feature. IntelliJ IDEA 15 hebt das Feature auf eine neue Stufe, indem ein dynamischer Einsatz desselben ermöglicht wird: Stößt der User auf ein Duplikat oder produziert (beispielsweise durch Copy & Paste) versehentlich eines, wird er umgehend darauf aufmerksam gemacht; die Analyse umfasst zudem Quick-Fixes und erlaubt die einfache Navigation zu der entsprechenden Stelle im Code oder deren Anzeige in einem Tool-Fenster. Die Duplicated Code genannte Prüfung ist standardmäßig aktiviert.

Das überarbeitete Locate Duplicates-Feature in Aktion (Quelle: http://blog.jetbrains.com)

Das überarbeitete Locate Duplicates-Feature in Aktion (Quelle: http://blog.jetbrains.com)

Was hat sich sonst getan?

IntelliJ IDEA 15 bietet eine komplette True-HiDPI-(High Dots Per Inch)-Unterstützung für Windows- und Linux-Systeme. Zwar bestand schon früher ein HiDPI-Support, allerdings war dieser eingeschränkt – so konnte nur ein Skalierungsfaktor von 2x genutzt werden – und musste über einen Eintrag in der idea.vmoptions-Datei händisch aktiviert werden.

Auch bei der Versionskontrolle gibt es Neuigkeiten zu vermelden. So stehen beispielsweise bei der Verwendung von Mercurial Queues nun dedizierte Tools für die Verwaltung von Patches bereit, die bei der Erstellung von Patches u. a. den Import lokaler Commits als Patches ermöglichen. Im Hinblick auf den Git-Support ist zu vermelden, dass  sich im Git-Branches-Menü nun – auf Augenhöhe mit Merge – die Rebase-Aktion befindet, die die Unterstützung mehrere Roots, automatisches Stash bzw. Unstash und die Konfliktlösung ermöglicht.

Das aktualisierte Datenbankwerkzeug-Fenster erlaubt es dem Nutzer, Schemaobjekte und Tabelleninhalte zu gruppieren. Zudem wurde der Data Sources and Drivers-Dialog des Datenbankwerkzeugs überarbeitet, um eine bessere Nutzererfahrung zu bieten.

Eine gute Nachricht für alle IntelliJ IDEA-Nutzer, die mit Groovy arbeiten: IntelliJ IDEA 15 unterstützt die @Builder-Annotation aus Groovy 2.3 und stellt diesem auch Code Completion und Quick Navigation zur Seite.

Auch eine Unterstützung neuer TypeScript 1.6-Features wie Intersection Types, Type Guard Functions und Local Types ist gegeben. Des Weiteren bietet die neue Hauptversion Support für Spring 4.2, Hibernate 5.0, Freemaker 2.3.23, AngularJS 2.0 und Polymer 1.0 (Googles quelloffene Bibliothek für die Erstellung benutzerdefinierter, wiederverwendbarer Elemente für Web-Applikationen).

Eine der prominentesten Neuerungen zum Schluss: IntelliJ IDEA 15 enthält ein Plug-in für die ebenfalls aus dem Hause JetBrains stammende JVM-Sprache Kotlin, die zwischenzeitig Beta-Status erreicht hat.

Eine Übersicht über sämtliche neuen Features (inklusive Links zu separaten, erläuternden Blogposts) findet sich hier.

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Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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