IntelliJ IDEA 14 ist da: Die Neuerungen im Überblick

Michael Thomas
© JetBrains

JetBrains hat eine neue Version der integrierten Entwicklungsumgebung IntelliJ IDEA veröffentlicht. Knapp ein Jahr ist seit dem Erscheinen der letzten Hauptversion vergangen, entsprechend umfangreich sind die Neuerungen, die IntelliJ IDEA 14 mit sich bringt. Werfen wir einen Blick auf einige Highlights des Release:

Eingebauter Decompiler

IntelliJ IDEA 14 hält einen eingebauten Decompiler für Java-Klassen bereit. Will man einen Blick in eine Bibliothek werfen will, über deren Quellcode man nicht verfügt, ist man deshalb nun nicht mehr auf die Verwendung von Plug-ins von Drittanbietern angewiesen. Im Falle von Java 8- und Nicht-Java-Klassen funktioniert der Decompiler nach Angaben der Entwickler zwar nicht immer, sie versprechen allerdings, ihn dahingehend zu verbesssern.

Verbesserter Debugger

Der Debugger verfügt über mehrere neue Funktionen. So integriert die Show Variables in Editor-Option die Variablen-Ansicht direkt in den Editor, indem sie Variablenwerte neben ihrem Einsatz anzeigt. Die Option Show Referring Objects zeigt alle Objekte an, die Bezüge zu dem ausgewählten Objekt aufweisen. Mit Operator Expressions Evaluation wird der Wert eines Operator-Ausdrucks angezeigt, wenn man die Maus über ihn bewegt. Außerdem erlaubt die überarbeitete Funktion Evaluate Expression die Evaluierung von Lambda-Ausdrücken und anonymen Klassen.

Annotation Inference und verbesserter Editor

Die Funktionalität des Editors wurde auch in anderen Bereichen erweitert. So sorgt die Smart Backspace Indent-Option dafür, dass die Backspace-Taste nicht nur Einrückungen und Leerzeichen entfernt, sondern dabei auch den jeweiligen Code-Style-Einstellungen folgt. Mit der Detecting Code Styles-Option können bestimmte Einstellungen der gerade bearbeiteten Datei, wie etwa der Einrückungsabstand, ermittelt werden. Der bereits seit IntelliJ IDEA 13 enthaltenen Option Multiple selections schließlich wurden unter anderem eine besser arbeitende Codevervollständigung und ein besseres Copy/Paste-Verhalten spendiert.

Framework-Unterstützung

Thymeleaf erhält eine weiterentwickelte Kodierungshilfe, die unter anderem Codevervollständigung und Spring MVC-Integration umfasst. Des weiteren wird der Workflow der GWT-Entwicklung durch die Integration des neuen Super Dev Mode, einen verbesserten Source Maps-Support und eine neue JavaScript-Debugger-Option deutlich stromlinienförmiger. Die Unterstützung des Spring-Frameworks wurde um eine Kodierungshilfe für WebSocket und MongoDB, sowie um visuelle Diagramme für die Spring-Integration erweitert; außerdem wurde an der Performance gefeilt.

Build-Tools

Führt man Testläufe via Gradle-Task durch, so steht einem durch die IDE statt der Konsolenausgabe nun der Standard-Test Runner zur Verfügung. Außerdem wurde die Unterstützung von Gradle-basierten Grails-Projekten verbessert. Auch im Hinblick auf Maven haben sich Änderungen ergeben: Die Maven-Integration erlaubt nun die Deaktivierung von Profilen und das Generieren von MANIFEST.MF für Artefakte, die auf der pom.xml-Konfiguration basieren.

HTML5

Die IDE erlaubt nun die Erstellung und Bereitstellung von mobilen HTLM5-Anwendungen, die PhoneGap-, Apache Cordova- und Ionic-Frameworks verwenden. Die bereits in IntelliJ IDEA 13 für Java eingeführte Postfix Code Completion ist nun auch für JavaScript verfügbar.

Versionskontrolle

Der Log-Viewer für Git und Mercurial lädt nun schneller und bietet die neue Funktion Reset Current Branch to Here. Eine weitere Neuerung betrifft die bereits bestehende Mercurial-Integration: Diese unterstützt nun auch Synchronous Branch Control und Subrepositories. Außerdem wurde sowohl für Git als auch für Mercurial ein neuer Push-Dialog eingeführt.

Weitere Features und Änderungen

Mit den bisher genannten Verbesserungen ist die Aufzählung neuer Features jedoch noch lange nicht abgeschlossen: So wurden – um nur einige zu nennen – die Datenbank-Tools für SQL-Entwickler um zahlreiche Funktionen erweitert; außerdem wurden einige Features aus dem Android Studio, wie etwa die Unterstützung von Android Wear und Android TV, übernommen.

Für eine noch weiter gehende Erläuterung der Funktionalität von IntelliJ IDEA 14 bietet sich ein Besuch der What’s New-Seite der IDE an.

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
Kommentare

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2 Kommentare auf "IntelliJ IDEA 14 ist da: Die Neuerungen im Überblick"

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Dierk König
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soll wohl heissen „eingebauter _De_compiler“ 🙂

Gast
Gast

IntelliJ Idea kam am 3.12.2013 raus. In welchem Kalender hat ein Jahr 11 Monate? 😉