IntelliJ IDEA 12 ist da: State-of-the-Art der Java-IDEs

Hartmut Schlosser

Nach etlichen Release-Kandidaten und Preview-Builds ist es endlich soweit: Die finale Version 12 der Entwicklungsumgebung IntelliJ IDEA wurde freiegegen. Dabei wartet die populäre IDE mit einer Vielzahl wichtiger Erweiterungen auf.

Die auf den ersten Blick sichtbarste Neuerung ist das überarbeitete User Interface, das klarer strukturiert und mit einer größeren Funktionsbreite daher kommt. Das dunkle Look-and-Feel mit dem sprechenden Namen „Darcula“ ist weitgehend anpassbar, auch eigene dunkle Themes lassen sich für jede IDE-Komponente erstellen.

IntelliJ IDEA 12 im neuen, dunklen Darcula-Look-n-Feel. Bild: http://blogs.jetbrains.com

Auf technischer Seite wartet IntelliJ 12 mit einem neuen Compiler-Modus, Support für Java 8 und das Play-Framework sowie signifikanten Erweiterungen des Android UI Designer Tools auf.

Das neue Feature-Set

IntelliJ IDEA 12 bietet einen neuen Mechanismus zur Kompilierung von Projekten, der schneller und intuitiver zu bedienen sein soll. Der Compiler wurde von Grund auf neu geschrieben und läuft nun in einem unabhängigen Prozess ab, was u.a. bedeutet, dass ein Projekt bei Code-Veränderungen automatisch im Hintergrund kompiliert werden kann.

Bereits jetzt sind einige Features der kommenden Java-8-Version implementiert. So werden beispielsweise Code-Hilfen für Lambda-Ausdrücke, Methoden Referenzen und Default Methoden bereit gestellt. Wer sich also jetzt schon mit den neuen funktionalen Programmiermöglichkeiten in Java 8 vertraut machen möchte, findet in IntelliJ 12 den idealen Sparring-Partner.

Java 8 Support in IntelliJ IDEA 12. Bild: http://blogs.jetbrains.com

Der Android UI Designer stellt die Speerspitze des Android-Supports in IntelliJ IDEA dar. Bis zur Version 12 wurde der Designer stetig verbessert und ermöglicht nun die komfortable Gestaltung interaktiver Oberflächen für Android-Apps. Diverse Emulations-Features visualisieren die Resultate direkt auf dem Bildschirm. Der Android-Support ist übrigens bereits in der kostenfreien Community Edition von IntelliJ IDEA gegeben.

Android UI Designer. Bild: http://blogs.jetbrains.com

Auch Spring-Entwickler profitieren von der neuen Version. Neben einer besseren Performance bringt IntelliJ IDEA 12 den Support für gemischte Konfigurationen mit XML und Annotationen. Ein neues Dependency-Diagramm zeigt Abhängigkeiten, die via Drag-n-Drop editiert werden können. Code-Hilfen stehen für neue Frameworks wie Integration, Web Flow, MVC, Security und Batch zur Verfügung.

Das Play-Framework erhält nun einen Ehrenplatz in IntelliJ IDEA. Play-2.0-Anwendungen lassen sich anlegen, kompilieren und debuggen – und dies sowohl in Java als auch in Scala. Explizite Refactorings, Code-Formattierer und Templates gehören ebenfalls zum Featureset. Damit trägt das IntelliJ-Entwicklerhaus JetBrains der erhöhten Relevanz des Play-Frameworks Rechnung, nachdem dieses in den offiziellen Technologie-Stack des Scala-Unternehmens Typesafe aufgenommen wurde.

IntelliJ IDEA kann jetzt auch Play! Bild: http://blogs.jetbrains.com

Auf Sprachebene dürfen sich Scala-, Groovy-, Dart-, JavaScript- und TypeScript-Entwickler über neue Bequemlichkeiten freuen. Ein Bytecode Viewer hilft bei der Analyse von Bytecode – für alle, die verstehen wollen, wie ihr Quellcode wirklich funktioniert.

Der neue Bytecode Viewer in IntelliJ IDEA 12. Bild: http://blogs.jetbrains.com

Die neue Live-Edit-Funktion ermöglicht es, Veränderungen in HTML-, CSS- und JavaScript-Files direkt im Browser zu begutachten – was in unten stehendem Video demonstriert wird (allerdings im Zusammenhang mit der JetBrains IDE WebStorm).

Der neue State-of-the-Art der Java IDEs

Damit ist der Umfang der wichtigsten Neuerungen beschrieben – allerdings nicht erschöpfend. Erweiterungen gibt es auch in den Database Development Tools, bei den Management-Funktionen für J2EE Application Server (inklusive Support für die PaaS-Lösungen Cloud Foundry und CloudBees) und beim Support für Drools Expert und dem Cucumber-for-JVM-Projekt. Eine kompakte Übersicht aller Neuerungen bietet die Seite http://www.jetbrains.com/idea/whatsnew/.

IntelliJ IDEA 12 gibt es ab sofort auf der Projektseite zu beziehen. Lizenzen werden ab 94 Euro bis 664 Euro vergeben. Es steht aber auch weiterhin die kostenfreie Community-Edition zur Verfügung, die auf der Download-Seite heruntergeladen werden kann. Optimiert ist die Community-Edition für den Einsatz mit Java SE, Groovy, Scala und Android. Auch Integrationen populärer Entwicklungstools sind bereits gegeben, darunter JUnit, TestNG, Ant und Maven.

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Hartmut Schlosser
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