Intelligenzschub für IoT-Endgeräte: „Krikkit“ als neues M2M-Projekt bei Eclipse

Diana Kupfer

Die M2M-Technologiefamlie bei Eclipse erhält erneut Zuwachs. Wenige Wochen, nachdem der Open-Source Message-Broker Mosquitto bei der Eclipse Foundation vorgeschlagen wurde, bewirbt sich nun das Projekt „Krikkit“ um Aufnahme in den M2M-Projektkatalog.

Ziel des neuen Projekts ist es, die gewaltigen Datenmengen, die künftig Milliarden von Sensorgeräten und Gateways im Internet der Dinge austauschen, effizient zu verwalten. Dazu soll laut Projektvorschlag ein RESTful API zur Verfügung gestellt werden, mit dem sich die Art der zu sammelnden Daten bereits direkt am vernetzten IoT-Gerät beschreiben lässt.

Durch die Aufstellung von Datenregeln mithilfe eines APIs wird den Geräten und Sensoren mehr Intelligenz eingehaucht: Sie sind dann in der Lage, die Semantik der gesammelten Sensordaten zu verstehen und zu entscheiden, welche davon wo zu speichern bzw. wohin weiterzuleiten sind. So können z. B. Daten nach Kriterien wie Protokoll, IP-Adresse oder Port gesammelt werden. Auch inhaltliche Kriterien wie z. B. ein bestimmter Temperaturbereich eines Wärmesensors sollen sich über das API definieren lassen.

Umgekehrt könnte das API dann auch zum Schreiben von Queries verwendet werden, um gezielt nach Daten zu suchen.

Dieser Intelligenzschub für Endgeräte bedeutet laut Proposal eine Abkehr vom Prinzip „store first, analyze later“ und soll nicht weniger als einen „Paradigmenwechsel“ im Umgang mit den gesammelten Daten darstellen.

Architektonische Grundlage dieser neuen Technologie ist der Publish-Subscribe-Mechanismus (über den wir bereits im Zusammenhang mit Mosquitto berichteten). Der initiale Code-Beitrag kommt laut Propsal vom Telekommunikationsunternehmen Cisco Systems, das neulich erst seinen neuen NCS-Router vorgestellt hatte. Selbst, wenn der Firmenname nicht im Projektvorschlag stünde, hätte man erraten können, wer dahinter steht: Gleich im ersten Absatz findet sich der Begriff „Internet of Everything“ – Ciscos individuelle Bezeichnung für das Internet der Dinge.

Nach der Initialzündung der M2M-Aktivitäten bei Eclipse im vergangenen Jahr – mit dem Gründungstrio Paho, Koneki und Mihini – haben sich in diesem Jahr viele weitere M2M-Projekte bei der Foundation eingefunden: Concierge, das sich bis 2. Oktober in der Review-Phase befindet, SCADA, Kura, der OSGi-Container, der gerade in der „People-Counter“-Applikation auf der JavaOne zum Einsatz kam, und Ponte (dazu ein Interview mit Projektleiter Matteo Collina in der aktuellen Ausgabe des Eclipse Magazins). Komplett ist der M2M-Baukasten bei Eclipse allerdings noch lange nicht – es bleibt spannend!

 

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Diana Kupfer
Diana Kupfer
Diana Kupfer war Redakteurin bei S&S Media für die Zeitschriften Java Magazin, Eclipse Magazin und das Portal JAXenter. 
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