Intelligente Code-Reviews in Eclipse: R4E 0.12 erschienen

Hartmut Schlosser

Wer Code schreibt, macht Fehler – das ist ein Grundgesetz der Branche. Worauf es ankommt ist es deshalb, die Fehler möglichst schnell zu finden. Doch da stellt sich oftmals das folgende Problem: Wenn man stundenlang an seinem Stücken Quellcode gesessen hat, ist man oft so betriebsblind geworden, dass man die Bugs einfach übersieht. Statt an dieser Stelle als Einzelkämpfer zu debuggen, hat es sich daher als effektiver erwiesen, Code Reviews von einer (oder mehreren) anderen Person(en) im Team durchführen zu lassen. Um dies komfortabel direkt in der Eclipse-IDE machen zu können, wurde das Projekt R4E ins Leben gerufen, das soeben in Version 0.12 erschienen ist.

R4E ist Teil des Mylyn-Top-Level-Projektes von Eclipse und bezeichnet sich deshalb selbst als „Kontext-sensitives Review-Werkzeug“. Review-Tasks lassen sich über Wizards direkt an den Quellcode heften. Veränderte Lines-of-Code werden markiert und können über diverse Filter wiedergefunden werden.

Das ganze funktioniert am besten für die Java Development Tools (JDT) und die C/C++ Development Tools (CDT), kann aber auch auf reine Texte angewandt werden. Explizit unterstützt wird das Versionskontrollsystem Git (neben SVN und Subclipse), was bedeutet, dass R4E die Datei-Versionen, die mit Review Items verbunden sind, mit berücksichtigt. Automatisieren lassen sich auch Meeting-Anfragen, E-Mail-Benachrichtigungen und der Zugriff auf LDAP Datenbanken.

In der neuen Version von R4E wurden Annotationen für R4E-Elemente eingeführt, die bewirken, dass R4E-Aktionen in den meisten Eclipse-Editoren als Inline-Marker bzw. als hervorgehobener Text angezeigt werden. Es lassen sich jetzt zudem Abgabe-Daten für Reviews festlegen. Überarbeitet wurde auch die Funktion, mittels des Reporting-Projektes BIRT Berichte anzufertigen.

R4E befindet sich momentan noch im Eclipse-Incubator, leistet aber bereits hervorragende Dienste bei der Review-begleiteten Software-Entwicklung. Der kostenfreie Download ist über die Projektseite möglich. Eine Übersicht der neuen Features liefern die Release Notes.

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Hartmut Schlosser
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