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Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Android Instant Apps SDK 1.1 und eine Backmischung für Google Assistant

Carina Schipper

© Software and Support Media

Was die kulinarische Welt angeht, sind Instant-Produkte meistens nicht unbedingt der Renner schlechthin. Ganz anders auf Planet Android, hier haben wir uns diese Woche über das Android Instant Apps SDK 1.1 gefreut. Und über Templates für den Google Assistant – quasi eine App-Backmischung für den smarten Helfer aus Mountain View.

Android Instant Apps SDK 1.1

Die neue Version des Android Instant Apps SDK bringt einige der am häufigsten nachgefragten Funktionen mit sich. Dazu gehören beispielsweise verbesserte NDK-Unterstützung, Konfigurations-APK, um die Größe der Binaries zu reduzieren, und ein neues API, den Kontext der User beim Übergang von einer Instant App auf eine installierte App aufrechtzuerhalten.

Ein großartiges Instant-App-Erlebnis setzt schlanke und gut strukturierte Binaries voraus. Aus diesem Grund führt das Google-Team Konfigurations-APKs ein. Sie ermöglichen Entwicklern, gerätespezifische Ressourcen und native Bibliotheken in unabhängige APKs abzuspalten. Verwendet eine App Konfigurations-APKs, lädt das Android Instant-Apps-Framework nur die für das Gerät des Benutzers relevanten Ressourcen und nativen Bibliotheken. Das reduziert die Gesamtgröße der Instant App auf dem Gerät.

Aktuell unterstützt Google Konfigurations-APKs für die Pixeldichte, die CPU-Architektur (ABI) und Sprache. Mit deren Hilfe lässt sich die Größe der geladenen Binärdaten um durchschnittlich zehn Prozent verringern. Die tatsächlichen Einsparungen für eine bestimmte App richten sich nach der Anzahl der Ressourcendateien und nativen Bibliotheken, die sich konfigurieren lassen.

Zum Beispiel erhielte ein User auf einem ARM-Gerät mit niedriger Pixeldichte und der Spracheinstellung Chinesisch dann einen gerätespezifischen Code und Ressourcen. Außerdem bekäme er nur Konfigurations-APKs mit ARM-nativen Bibliotheken, der Chinesischen Sprache und LDPI-Ressourcen. Alle anderen Konfigurations-APKs wie die x86-Bibliotheken, Strings auf Spanisch oder HDPI-Ressourcen blieben ihm verwehrt. APKS für eine App zu konfigurieren, bedeutet eine einfache Änderung des Gradle-Setups. Auskunft diesbezüglich gibt die offizielle Dokumentation.

Authentifizierung via Telefonnummer

Um Apps zu bauen, die Telefonnummern als Authentifizierungsmerkmal nutzen, ist es oft entscheidend, sicher zu stellen, dass der Benutzer auch wirklich der Besitzer dieser Nummer ist. Das umzusetzen kann aus UX-Sicht knifflig sein, nicht nur, wenn es um das Verstehen von Rufnummernformaten in verschiedenen Ländern geht. Auch bei der Bereitstellung eines nicht sperrigen Authentifizierungsmechanismus können Probleme auftauchen. Beispielsweise könnten zu weitreichende Geräteberechtigungen im Nachhinein für Schwierigkeiten sorgen.

Für eine effiziente, vorkonfigurierte Telefonauthentifizierung stehen viele Bibliotheken zur Verfügung, beispielsweise Firebase Phone Auth. Für fortgeschrittene Entwickler, die diese Funktion selbst einbauen müssen, bietet Google Play Services zwei neue APIs an: Phone Selector und SMS Retriever. Mit deren Hilfe lässt sich die Telefonnummer des Nutzers ermitteln und per SMS ohne Geräteberechtigungen überprüfen. Wer sich für die genaue Vorgehensweise im Zusammenhang mit den beiden APIs interessiert, findet eine genauere Beschreibung auf dem Android Developers Blog.

Oreo erwartungsgemäß noch nicht überall angekommen

Wie zu erwarten war, liegt die Verbreitungsrate der jüngsten Version des Android OS nicht besonders hoch. Als kleines Update hier die aktuelle Zahl: Oreo läuft bis dato auf 0,2 Prozent der Android-Smartphones.

© Android Developers Blog

Natürlich werden diese Zahlen kaum jemanden überraschen. Der Großteil der Smartphone-Hersteller, auf deren Geräten ein Android OS zum Einsatz kommt, kocht immer auch ein wenig sein „eignes Süppchen“ und verwendet eigene Unterarten der Betriebssystemreinform. Samsung, Sony, Motorola und Co. müssen ja beispielsweise erst kurz noch ihre Themes anpassen, bevor sie ihren Kunden Oreo zum Download zur Verfügung stellen können. Und das dauert dann doch schon mal ein winziges Bisschen. Dass die Hersteller wahrscheinlich schon Zugriff auf die Beta-Version von Oreo gehabt haben dürften, vergessen wir an dieser Stelle kurzerhand einfach.

Apps für den Google Assistant: neue Sprachen und Funktionen

Wie wir bereits berichtet haben und wahrscheinlich niemandem (außer eingefleischten Apple-Jüngern) entgangen sein dürfte, war Googles Assistant einer der großen Stars während der Keynote des Konzerns aus Mountain View. Allerdings dürfte der 4. Oktober nicht nur ein großer Tag für die Benutzer gewesen sein. Auch die Entwickler werden bald auf ihre Kosten kommen. Google to Action erobert nämlich neue Geräte und neue Sprachen. Zusätzlich eignet es sich auch immer besser, um Apps zu bauen und zu sharen.

Vor der Keynote existierte Google to Action ausschließlich auf Englisch und war nur in den USA, Großbritannien und Australien verfügbar. Ab sofort gehören auch Deutsch (de-DE), Französisch (fr-FR), Japanisch (ja-JP), Koreanisch (kr-KR), und Französisch sowie Englisch in Kanada (en-CA, fr-CA) zum Sprachen-Repertoire. Allerdings tut sich (zumindest bei uns) sofort die Frage auf, wo in dieser Liste Spanisch geblieben ist. Immerhin leben auf unserem Planeten durchaus einige Spanisch sprechende Menschen. Genauer gesagt sind es 2016 330 Millionen Muttersprachler gewesen. Bei 420 Millionen Erdenbürgern ist Spanisch die Erst- oder Zweitsprache. Aber das nur als kleine Randnotiz – viel wichtiger: ab sofort können Programmierer Apps für den Google Assistant in den neuen Sprachen entwicklen. Diese sollen dann auch bald für die Nutzer verfügbar sein.

Auch neu: Templates nehmen den Entwicklern die Arbeit ab. Mithilfe von verschiedenen Vorlagen können sie eigene Trivia-Games, Flash Card Apps oder Persönlichkeitsquiz für den Google Assistant erstellen, ohne auch nur eine einzige Zeile Code schreiben zu müssen. Auch die Last auf ihren Schultern, komplexe Servereinstellungen vornehmen zu müssen, ist verschwunden. Alles was der geneigte Entwickler noch wirklich selbst tun muss, ist einige Fragen und die entsprechenden Antworten per Google Sheet hinzufügen. Die Backmischung für eine App quasi. Ein bisschen so klingt auch die Vorstellung des Ganzen auf dem Google Developers Blog: „Within minutes, voilà, you can try it out on your Google Assistant and publish it!“

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis bald!

Geschrieben von
Carina Schipper
Carina Schipper
Carina Schipper ist seit 2017 Redakteurin beim Java Magazin, Business Technology und JAXenter. Sie hat Germanistik und Europäische Ethnologie / Volkskunde an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg studiert.
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