Außerdem: Sicherheitslücke in Philips-Hue-Lampen

Inside IoT: Raspberry-Pi-Alternative Orange Pi, Android Auto 2.0 & Amazon Alexa in singendem Fisch

Mascha Schnellbacher

© Shutterstock.com / swing2009

Die Highlights aus dem IoT-Universum. In dieser Woche stellen wir euch mit Orange Pi eine Alternative zum Raspberry Pi vor, informieren über eine Sicherheitslücke in Philips-Hue-Lampen und haben Infos zur neuen Version von Android Auto. Außerdem stellen wir euch das Dreamteam Raspberry Pi und Spinat vor und zeigen euch Amazon Alexa in einem singenden Fisch.

Auch in dieser Woche gibt es wieder spannende Entwicklungen im Internet of Things zu beobachten. Die wichtigsten News und Stories sind hier zusammengefasst.

Orange Pi: Alternative zum Raspberry Pi?

Hättet ihr gerne eine schmackhafte Alternative zu Himbeeren? Wie wäre es mit Orangen? Und gerade auch nur wenig Geld zur Verfügung? Dann lohnt ein Blick auf den Orange Pi, der schon für 20 Dollar zu haben ist. Auf dem kleinen Computer laufen Android 4.4, Ubuntu, Debian oder das Raspberry-Pi-Image; und er verfügt über 1 GB Speicher. Zudem enthält das Board einen Ethernet-Port und drei USB-Anschlüsse sowie eine H5-High-Performance-Quad-Core-64-bit-Cortex-A53-CPU und einen unabhängigen Grafikchip. Der Orange Pi unterstützt Kamera-Input und HDMI-Output und verfügt über einen Power-Knopf sowie einen Infrarot-Blaster.

Orange Pi 2 / Quelle: Orange Pi

Orange Pi 2 / Quelle: Orange Pi

Gleichzeitig erscheint der Orange Pi Zero, bei dem es sich um einen Klon des Raspberry Pi Zero handelt. Für 6,99 Dollar erhält man ein Board mit einem Quad-Core-Allwinner-ARM-Cortex-A7-Prozessor und einem ARM-Mail-400-MP2-Grafikprozessor. Zusätzlich sind WiFi und Ethernet mit an Bord, genauso wie ein SD-Karten-Slot und 256 MB Speicherplatz. Des Weiteren verfügt der Orange Pi Zero über Erweiterungsslots und Pins, die an andere Boards angeschlossen werden können, sowie einen USB-2.0-Hostport. Neben Android 4.4 laufen auch Debian und Ubuntu auf dem Einplatinencomputer.

Übrigens: Weitere Informationen zu möglichen Raspberry Pi Alternativen bietet unser Übersichtsbeitrag.

Sicherheitslücke in Philips-Hue-Lampen

Dass das Internet of Things ein riesiges Sicherheitsproblem hat, dürfte spätestens nach den immensen Attacken von IoT-Botnets klar sein. Möglich sind solche DDoS-Attacken vor allem, weil die wenigsten IoT-Devices durch (sichere) Passwörter geschützt sind. Nun gibt es ein neues Ziel: die smarten Hue-Lampen von Philips. Bislang behauptete das Unternehmen immer, dass Angriffe auf die Leuchten in einer realen Welt nicht möglich seien – und wurden nun eines besseren belehrt.

Wie Sicherheitsforscher des Weizmann Institute of Science und der Dalhousie University in Halifax mitteilten, konnte eine Sicherheitslücke im ZigBee-Light-Link-System ausgenutzt und darüber Malware eingeschleust werden. Diese sorgt dann dafür, dass alle verbundenen Lampen infiziert werden.

Um zu belegen, dass das Ganze auch unter realen Bedingungen praktisch durchführbar ist, befestigten die Forscher ein mit der notwendigen Hardware ausgestattetes Evaluierungsboard an einer Drohne. Diese wurde dann aus 350 Metern Entfernung von einem mit Philips-Hue-Lampen versehenem Bürogebäude gestartet. Was dann passierte, zeigt folgendes Video ziemlich eindrucksvoll:

Durch die Schwachstelle im weit verbreiteten und kompatiblen ZigBee-Protokoll ist eine Ausweitung des Angriffs auf weitere Systeme denkbar. Philips hat die Schwachstelle bestätigt und arbeitet derzeit an einem Fix.

Android Auto 2.0 in jedem Auto verfügbar

Vor knapp zwei Jahren veröffentlichte Google Android Auto, mittlerweile ist das smarte Kommunikationssystem in über 200 Automodellen von 50 verschiedenen Herstellern integriert. Da aber noch viele Menschen mit älteren Fahrzeugmodellen ohne Android-Auto-Integrationsmöglichkeit unterwegs sind, haben sich die Entwickler etwas überlegt: Jeder mit einem Android-Phone in Version 5.0 oder höher kann ab sofort Android Auto nutzen.

Dem User wird das bekannte Interface auf dem Smartphone präsentiert, über das wichtige Funktionen, wie Navigation oder Verkehrsinformationen, angezeigt werden können. Für die Fahrt unwichtige Features werden blockiert, damit es zu keinerlei Ablenkung kommt. Eine Sprachsteuerung ist noch nicht integriert, soll aber in den nächsten Wochen nachgeliefert werden. Aber Vorsicht: Das Smartphone ist kein Ersatz für ein Bordsystem; während der Fahrt darf es – zumindest in Deutschland – nicht verwendet werden. Ausführliche Informationen zu Android Auto 2.0 finden sich im zugehörigen Blogpost.

Raspberry Pi & Spinat – ein Dreamteam

Minenspürhunde können bald ganz entspannt in ihrem Körbchen liegen bleiben und müssen sich nicht länger in Gefahr begeben, denn hier kommt der neue Superheld: Spinat! Ein Forschungsteam am MIT hat eine Spinatsorte entwickelt, deren Blätter mit Nanopartikeln und sog. Karbon-Nanotubes versehen sind. Über diese können Nitro-Aromate – Chemikalien, die in der versteckten Munition vorhanden sind – aufgenommen werden. Und was hat das jetzt mit Raspberry Pi zu tun?

Die Forscher richten zur Auswertung Laserstrahlen auf die Spinatblätter, um so die veränderte Fluoreszenz der vorab manipulierten Pflanzen sichtbar zu machen. Das Licht wird dann von einem mit Infrarot-Kamera ausgestattetem Raspberry Pi ausgelesen. Daraus resultiert dann eine genaue Karte von versteckten Landminen. Das Signal kann in einem Radius von rund 1,5 km ausgelesen werden.

Amazon Alexa in singendem Fisch

Das war mein persönliches Highlight am Wochenende: Der smarte Lautsprecher Amazon Alexa wurde in einen singenden Billy-Bass-Fisch integriert. Warum da noch niemand vorher drauf gekommen ist? Gute Frage! Wie das funktioniert? Maker Brian Kane hat eine Prozesseinheit des Raspberry Pi und das Alexa-API kombiniert und dem Fisch so Leben eingehaucht. Wie das Ganze aussieht? Hier entlang bitte:

Geschrieben von
Mascha Schnellbacher
Mascha Schnellbacher
Mascha Schnellbacher studierte Buchwissenschaft und Deutsche Philologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit Juni 2015 arbeitet sie als Redakteurin in der Redaktion des Entwickler Magazins bei Software & Support Media. Zuvor war sie als Lektorin in einem Verlag sowie als freie Editorin tätig.
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