Input/Output, oder: Wer geht noch auf Konferenzen? [W-JAX Blog]

Bernd Fondermann

München – Jetzt mal ernsthaft, wer geht noch auf Konferenzen? Wenn man die Schlangen an den Meldeschaltern der gerade beginnenden W-JAX-Konferenz sieht, ist die klare Antwort: Jeder und sein Kollege geht auf Konferenzen. Aber, bei allem Respekt, haben diese IT-affinen Menschen alle kein Google, abonnieren sie keine Themen-Feeds bei StackOverflow? Heute bekommt man doch alle Information und Trends frei Haus geliefert.

Gebündelten, verdichteten Input, in mundgerechten Stunden-Happen, Schlag auf Schlag, zum Anfassen – das ist ungeheuer zeitgemäß und man bekommt es nur auf Konferenzen. So lassen sich technologische Weichen – und das hat W-JAX-Chair Sebastian Meyen als Ziel in seiner Begrüßungansprache formuliert – früh und kompetent stellen, ohne im Buzzword-Sturm unterzugehen oder im Ungefähren zu bleiben. Nur so können wir aus dem Input einen Output mit Mehrwert generieren. Im Internet findet man das in dieser Dichte und Tiefe nicht. TL;DR.

Als gemeinsamer technischer Nenner kristallisiert sich ein altbekanntes Pattern heraus: I/O. Das betrifft einerseits den Bereich Big Data (siehe Big Data Days), wo Terabyte-weise Daten transportiert werden müssen und das Netzwerk zum Flaschenhals wird. Doch nicht nur innerhalb der Datacenter wird wie wild I/O betrieben, schließlich leben wir in der Cloud (siehe Cloud Computing Day), wo jeder ständig Daten ins Internet hinein und aus ihm hinauspumpt. Man stelle sich vor, was passieren würde, wenn wir alle unsere Wasserhähne aufdrehen und sie einfach nicht mehr schließen würden. Das ist, was wir mit dem Internet heute machen. Die Webanwendungen der alten Schulen sind sozusagen nur des Betätigen der Toilettenspülung. Auf der WJAX gibt es erstmals einen eigenen Track, den New School Web Day, der sich nur um die aufkommenden Technologien von Web, Cloud und Geräten kümmert. Neue I/O-Protokolle wie SPDY, Websockets und AMQP sind heute schon Realität, Entwickler für Libraries wie netty werden von Firmen wie Twitter vom Markt weggekauft. Alles zu diesen Themen kann man heute schon auf der WJAX als gebündelten Input abholen.

Für den Output muss man dann natürlich selber sorgen. Agile Entwicklung (siehe Agile Day) und DevOps beschleunigen die Produktentwicklung, indem sie die Zeit zwischen Requirement-Input und Produkt-Output drastisch verkürzen. So wird das Risiko verringert, neue Features am Kunden zu testen. Unternehmen sind so schneller im Markt und damit am Kunden. Input/Output.

Bernd Fondermann (bernd@zillion-one.com) ist freiberuflicher Softwarearchitekt und Consultant in Frankfurt a. M. und Member der Apache Software Foundation. Er beschäftigt sich mit innovativen Open-Source-Technologien wie Apache Hadoop oder Lucene und bietet unter zillion-one.com einen Big-Data-Hosting Service an.
Geschrieben von
Bernd Fondermann
Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.