Infografik: Open Source & Android hält Einzug in Ihr Auto

Hartmut Schlosser

Einer Umfrage der Management- und Technologieberatung BearingPoint zufolge setzt die europäische Automobilindustrie zunehmend auf freie Open-Source-Technologien. 59 Prozent der befragten Automobilhersteller, Lieferanten und Softwarehersteller, die gemessen an ihrem Umsatz 50 Prozent der europäischen Automobilindustrie repräsentieren sollen, verwenden FOSS (Free and Open Source Software) in ihren Produkten, weitere 35 Prozent denken über den Einbezug von FOSS-Komponenten in ihrer Wertschöpfungskette nach.

Noch deutlicher sind die Zahlen in Bezug auf den etablierten Entwicklungsprozess. 85% der Befragten gaben an, Open-Source-Werkzeuge beim Programmieren der verschiedenen Software-Komponenten einzusetzen. In heutigen Fahrzeugen finden sich einem Bericht der GENIVI Alliance zufolge Softwareanteile von mehr als 100 Millionen Codezeilen.

Neben der in Automobilen integrierten „Head Unit“ und der Telematik komme Open Source verstärkt in In-Vehicle Infotainment Systemen auf Plattformen wie GENIVI und Android zum Einsatz. Signifikante Kostenreduzierung und Wettbewerbsvorteile werden als Gründe für den FOSS-Gebrauch identifiziert.

Interessant ist auch die Motivation der Befragten, sich selbst an Open-Source-Projekten zu beteiligen. 57% tun dies im Interesse des Standardisierungsprozesses, 42% geben den gegenseitigen Wissensaustausch an.

Allerderings hat die Studie auch ergeben, dass Steuerungs- und Management-Prozesse bzgl. der genutzten FOSS-Komponenten nur selten zureichend ausgebaut sind. Bezüglich des Lieferantenmanagements überprüft zwar die Mehrzahl der befragten Unternehmen die erhaltene Software auf Erfüllung der spezifizierten Anforderungen, aber nur ein Drittel führen Lieferanten-Audits durch und weniger als 25 Prozent verlangen eine Aufstellung der verwendeten FOSS-Komponenten und -Lizenzen von ihren Lieferanten. Nicht einmal zehn Prozent der befragten Unternehmen kontrollieren die Einhaltung der FOSS-Lizenzbestimmungen entlang ihrer Software-Lieferkette.

Eine Zusammenfassung der Studie ist Online verfügbar. Unten stehende Infografik veranschaulicht die wichtigsten Ergebnisse nochmals plastisch.

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Hartmut Schlosser
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