In-Memory-Plattform GridGain 6.0 wird Open Source

Hartmut Schlosser

„Wenn’s schnell gehen soll, dann halte deine Daten im Speicher“ – und da es in der IT eben meist auf Geschwindigkeit ankommt, erlebt das so gennannte In-Memory Computing derzeit starken Auftrieb. Ermöglicht wird dies natürlich durch die heutige Hardware, mit der auch große Datenmengen nicht mehr ausgelagert werden müssen, sondern direkt im Speicher zu verarbeiten sind. Software-seitig unterstützt wird das von Systemen wie Hazelcast oder Infinispan – aber auch Anbieter klassischer Lösungen bieten In-Memory-Optionen, beispielsweise Oracle In Memory Exadata, IBM BLU Analytics oder SAP Hana.

Ein weiterer Player im In-Memory-Zirkus ist GridGain – eine In-Memory-Datengrid-Plattform, die jetzt unter der Apache 2.0-Lizenz in der Version 6.0 erschienen ist. Die Echtzeit-Big-Data-Plattform erlaubt die Entwicklung Daten-intensiver, JVM-basierter Anwendungen. Zur Verfügung steht ein integriertes In-Memory Data Grid in Verbindung mit nativen APIs für Java, Scala und Groovy.

Für die 6.0 wurden viele der Kern-APIs etwa für Compute Grid und Data Grid komplett überarbeitet. Bi-direktionale WAN Data Center Replikation ist über verschiedene lokale Instanzen hinweg möglich. Verbessert wurde zudem die Management-Konsole „Visor“, veraltete Codeteile wurden entfernt, an der Performanceschraube wurde weiter gedreht. Hadoop-Installationen sollen durch GridGain 6.0 bis zu 100 Mal schneller werden, heißt es in der Ankündigung.

Die eigentliche News ist indes die Lizenzierung unter der Apache-2.0-Lizenz. Wie GridGain-Entwickler Dmitriy Setrakyan auf dem Blog beschreibt, stehen durch die Open-Source-Strategie sämtliche Komponenten der Plattform frei zur Verfügung: das High Performance Computing (HPC) Modul, das In-Memory Data Grid (IMDG), die CEP-basierte Streaming-Komponente und der zuschaltbare Hadoop Accelerator.

Die Open-Source-Stellung wird als natürlicher Schritt beschrieben, die Technologie mit der Community zu teilen und sich im übergreifenden In-Memory-Ökosystem weiter zu verbreiten. Eine Rolle wird hier sicherlich quelloffene Konkurrenz wie Hazelcast gespielt haben, die im September durch eine Risikokapitalgabe von sich hören machte, in dessen Zuge auch Spring-Gründer Rod Johnson mit an Bord geholt wurde. Doch auch GridGain konnte 2013 Startup-Sponsoren überzeugen und sich 10 Millionen US-Dollar Venture-Kapital sichern.

Als Alleinstellungsmerkmal sieht GridGain sich als End-to-End In-Memory Stack, in der auch die Monitoring-Komponenten quelloffen zu haben sind. Bisher war GridGain nur in einer Community Edition unter der GPL-3-Lizenz verfügbar, erweitertes Monitoring bedurfte einer kommerzieller Unterstützung. Enterprise Support wird aber weiterhin durch das Unternehmen GridGain Systems angeboten.

Wer GridGain ausprobieren möchte, findet die Version 6.0 unter http://www.gridgain.org/download/. Getting Started Guides erleichtern den Einstieg. Der Quellcode ist auf GitHub zu finden.

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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