DevOps als Metapher

Im Spannungsfeld zwischen Technologie und Kultur: DevOpsCon 2015 eröffnet

Hartmut Schlosser

(c) S&S Media

Hinter dem derzeit fast inflationär gebrauchten Begriff „DevOps“ die Quintessenz herausfiltern – dieser Aufgabe stellt sich die DevOpsCon 2015, die heute von Sebastian Meyen (CCO Software & Support Media) in München eröffnet wurde. Die Botschaft: DevOps bedeutet weit mehr als das bloße Zusammenlegen zweier Abteilungen: Entwicklung und Betrieb. DevOps ist die Metapher für einen unternehmensweiten Wandel, der den Menschen mit seinen Bedürfnissen, Leidenschaften und Ideen (zurück) ins Zentrum rückt.

Kochen ohne Rezept

Netflix, Facebook, Etsy, Spreadshirt, Wooga, Zalando, etc. – erfolgreiche Unternehmen haben es vorgemacht: Durch eine neue Aufstellung der IT, in der die Entwicklungs- und Betriebsabteilungen nicht zwei getrennte Einheiten darstellen, können enorme Produktivitätsgewinne erzielt werden, die Unternehmen entscheidende Wettbewerbsvorteile einbringen. Doch was genau ist das Rezept dieser Erfolgsgeschichten?

Nun gibt es für DevOps sicherlich keine Gebrauchsanweisung. Doch im Zentrum steht die Einsicht, dass Kommunikation, Austausch von Ideen und Feedback im gesamten Unternehmen die Basis von Entscheidungen darstellen sollte. Die Empathie, also das Einfühlungsvermögen in die Motivationen, Anforderungen und Restriktionen der Kollegen anderer Abteilungen ist essentiell, um Unternehmensziele gemeinsam und ohne Umwege umsetzen zu können.

Kultur-Technologie

„DevOps ist nur ein Buzzword, wenn man nicht die richtige Kultur hat“, so das von Meyen bemühte Zitat von Rouan Wilsenach, das diese Quintessenz von DevOps zusammenfasst. Doch, und so lautete die zweite Botschaft in Sebastian Meyens Eröffnungsrede, nützt auch eine bessere Kommunikationskultur in Unternehmen wenig, wenn „DevOps“-Teams versuchen, althergebrachte IT-Architekturen ohne Hinterfragung der alten Technologie-Ansätze nachzubilden.

Die neuen Möglichkeiten der Cloud-Plattformen, Container-Technologien, des Continuous Delivery und Microservice-Ansatzes stellen traditionelle Architektur-Blueprints in Frage. Diese alten Strukturen gilt es deshalb schonungslos auf den Prüfstand zu stellen, denn erst durch ein radikales Umdenken werden die disruptiven Effekte der Technologie-Revolution, die Cloud, Docker, Puppet & Co. mit sich bringen kann, sichtbar.

DevOps als Metapher

In diesem Spannungsfeld zwischen Kultur und Technologie erweist sich DevOps als Metapher für einen Wandel, der die Ziele eines Unternehmens, die Wünsche und Anforderungen von Kunden und nicht zuletzt auch die Bedürfnisse von Mitarbeitern besser zur Geltung kommen lassen möchte. Denn, wie John Willis in seiner DevOpsCon Keynote herausstellt, ist nicht nur die IT-Leistung sondern maßgeblich auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter mit ihren Jobs ein Schlüsselfaktor für die Performance eines Unternehmens.

JohnWillis

John Willis (Docker) in seiner DevOpsCon-Keynote: DevOps State of the Union

„Rethink IT“ lautet deshalb das Motto der DevOps Conference 2015, die im Spannungsfeld zwischen Kultur und Technologie den vielschichtigen Begriff DevOps durch reale Erfahrungsberichte und praxiserprobte Best Practices transparent machen möchte.

Bis Mittwoch noch präsentieren sich DevOps-Experten und -Ausführende dem ca. 300 Mann starken Fachpublikum. Auf JAXenter berichten wir live vom Event – schauen Sie also wieder vorbei!

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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