Java IDEs auf dem Prüfstand - Teil 1

IDE-Vergleich: IntelliJ IDEA, Eclipse und NetBeans

Hartmut Schlosser

Die Welt der Java IDEs ist dreigeteilt: IntelliJ IDEA, Eclipse und NetBeans streiten sich regelmäßig um die Krone der besten Entwicklungsumgebung. Um die jeweiligen Stärken und Schwächen der IDEs herauszuarbeiten, fragen wir Sie nach Ihrer Meinung und stellen Ihre Antworten gegenüber. Den Anfang machen Thomas Asel, Ekkehard Gentz und Gerrit Grunwald.

Im Ergebnis zeichnet die Serie „Java IDEs auf dem Prüfstand“ ein pluralistisches Bild der aktuellen Situation auf dem Markt der Java IDEs. Wo stehen wir heute? Wo geht es hin?

NetBeans

Du bist NetBeans User. Warum?

Thomas Asel: Ich habe vor einiger Zeit von Eclipse auf NetBeans umgesattelt, weil ich in meiner täglichen Arbeit von folgenden Vorteilen profitiere:

 – Die Maven-Unterstützung ist erstklassig, da Maven als primäres Build-System verwendet wird. Abweichungen zwischen dem Build aus der IDE heraus und einem Maven Build auf der Kommandozeile existieren nicht mehr.

 – NetBeans verfügt über eine deutlich bessere JSF-Unterstützung als Eclipse von Hause aus bietet. Bislang ist man als Eclipse Nutzer zwangsläufig auf die JBoss-Tools angewiesen, um vernünftig JSF-Anwendungen entwickeln zu können, NetBeans bringt alles mit, Out-of-the-Box.

 – Die JavaScript Unterstützung von Eclipse empfand ich oftmals als mangelhaft. Hier bietet Netbeans nicht nur das allgemein bessere Tooling sondern zusätzlich auch Unterstützung für Bibliotheken wie AngularJS und jQuery. Zusätzlich existieren viele Projekttemplates. Das alles macht die JavaScript-Entwicklung attraktiv und senkt die Hürden für den Umstieg für Java Entwickler.

Wie nutzt du NetBeans hauptsächlich?

Thomas Asel: Ich nutze NetBeans hauptsächlich zur Entwicklung von Web-Anwendungen, das einzige von mir genutzte Plug-in ist „CoolEditorActions“ und rüstet Funktionen wie „Copy Full Qualified Name“ nach – eines der wenigen Features, die mir bei NetBeans bislang fehlen.

Welche Features magst du an NetBeans?

Thomas Asel: Meine Lieblingsfeatures:

– CTRL-Space im Maven-Editor, um verfügbare Versionen der Dependencys vorschlagen zu lassen. Code-Completion für Dependencies, das ist großartig.

– JSF-Unterstützung, insbesondere das Springen von der View in Backing-Beans funktioniert besser als mit Eclipse. Ebenso die Verwaltung von Namespaces.

– Die Verknüpfung von externem Browser und Editor ermöglicht das Debuggen von clientseitigem Code in der IDE und aktualisiert den Browser bei jedem Speichern automatisch. So macht Web-Development Spaß!

Was findest du an NetBeans nicht gut?

Thomas Asel: Was mir an NetBeans nicht gefällt:

Da fällt mir eigentlich nur das visuelle Erscheinungsbild ein. Tatsächlich war dies die erste zu überwindende Hürde, da Eclipse einen aufgeräumteren und angenehmeren Eindruck macht.

Welche Verbesserungen wünscht  du dir für die Zukunft in NetBeans?

Thomas Asel: Mir fehlt eine einfache Möglichkeit, das Erscheinungsbild anzupassen, z.B. einen schwarzen Hintergrund in Editoren zu verwenden. Bislang muss dafür auf Plug-ins zurückgegriffen werden.

[ header = Seite 2: Eclipse ]

Eclipse

Du bist Eclipse User. Warum?

Ekkehard Gentz: Ich benutze Eclipse seit der Version 2 und Eclipse ist für mich nicht nur eine IDE – es ist die Community, die vielen Projekte, der Open-Source-Gedanke – all das ist mir wichtig.

Wie nutzt du Eclipse hauptsächlich?

Ekkehard Gentz: Nachdem ich die ersten Jahre die IDE hauptsächlich für Java Desktop Apps (RCP, Riena) und Modeling genutzt habe, ist jetzt meine tägliche IDE die Momentics IDE. Momentics ist die von QNX (BlackBerry) runderneuerte CDT IDE von Eclipse. Wie man an den Screenshots in meinem Bericht im Eclipse Magazin 1.14 sehen kann, hat diese IDE ein moderneres Outfit verpasst bekommen.

Welche Features magst du an Eclipse?

Ekkehard Gentz: Erweiterbarkeit der IDE durch OSGi und Plug-ins.

Mit Eclipse kann ich sowohl für Java, als auch C++/Qt/QML/Cascades entwickeln.

Was findest du an Eclipse nicht gut?

Ekkehard Gentz: Die Java IDE hat kein zeitgemäßes UI, die Toolbar ist zu überladen.

Der starre jährliche Releaseplan gibt zwar Planbarkeit, engt aber auf der anderen Seite ein.

Welche Verbesserungen wünscht du dir für die Zukunft in Eclipse?

Ekkehard Gentz: Ich finde es gut, dass Eclipse jetzt eine entscheidende Rolle beim Thema m2m / IoT spielt, d.h. man ruht sich nicht nur auf der Vergangenheit aus.

Wo es viel Arbeit gibt, ist an der UI / UX. SWT war mal eine tolle Sache – bin gespannt, wie man das mit moderneren UI Frameworks zusammen bringen kann.

Als langjähriger Eclipse-Nutzer bin ich ja vieles gewohnt und nehme es hin – denn man wechselt eine IDE nicht täglich. Aber es kommen ja immer neue Entwickler, und die wollen mit einer guten Oberfläche „angelockt“ werden. Auf der EclipseCon wurden schon einige Ansätze gezeigt, wie Eclipse aussehen könnte – ich hoffe, dass es in der Richtung weitergeht.

[ header = Seite 3: IntelliJ IDEA ]

IntelliJ IDEA

Du bist IntelliJ User. Warum?

Gerrit Grunwald: Ich bin IntelliJ User, da die IDE schnell und zuverlässig ist. Dabei gibt es viele interessante kleine Helferlein, welche einem zunächst gar nicht auffallen, das Programmieren aber sehr angenehm machen.

Wie nutzt du IntelliJ hauptsächlich?

Gerrit Grunwald: Ich verwende IntelliJ 12.1 und 13 Preview hauptsächlich zur Programmierung von JavaFX Controls und Anwendungen sowie zur Programmierung von Java-SE-Embedded-Projekten.

Welche Features magst du an IntelliJ?

Gerrit Grunwald: An IntelliJ mag ich besonders:

– die Refactoring-Möglichkeiten

– die wirklich nette Code Completion

– das Editieren von JavaFX CSS Files

Was findest du an IntelliJ nicht gut?

Gerrit Grunwald: Dinge, die mir an IntelliJ nicht so sehr gefallen, sind:

– der JavaFX Support könnte noch besser sein. Tom Schindl hat hier mit e(fx)clipse ordentlich vorgelegt.

– Alignement von Java Code in Columns

Welche Verbesserungen wünscht du dir für die Zukunft in IntelliJ?

Gerrit Grunwald: Noch besserer JavaFX Support, z.B. nicht nur Anlegen von Getter und Setter, sondern auch von Property Methoden, Anzeige der JavaFX Color, so wie in Swing oder CSS an der linken Seite etc.

Welche Meinung haben Sie zu Eclipse, NetBeans und/oder IntelliJ IDEA?
Machen Sie mit in unserem IDE-Vergleich! Beantworten Sie hierfür die 5 Fragen zu Ihrer präferierten IDE:

– Du bist Eclipse/NetBeans/IntelliJ User. Warum?
– Wie nutzt du Eclipse/NetBeans/IntelliJ hauptsächlich – (z.B. in welcher Version, für welche Zwecke, mit welchen Plug-ins/Features)?
– Nenne drei Features, die du an Eclipse/NetBeans/IntelliJ liebst.
– Nenne drei Punkte, die du an Eclipse/NetBeans/IntelliJ nicht gut findest.
– Welche Verbesserungen wünscht du dir für die Zukunft in Eclipse/NetBeans/IntelliJ?

Senden Sie die Antworten einfach an die JAXenter-Redaktion. Ihre Antworten werden hier auf JAXenter veröffentlicht und an Core-Entwickler der IDEs weitergeleitet, die zum Abschlus Antworten auf Ihr Community-Feedback geben.

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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