Historische Java-Magazin-Ausgaben gratis lesen

IDE-Deathmatch: JBuilder vs. PowerJ vs. VisualAge vs. Forte vs. Visual Café

Hartmut Schlosser

„Ich glaube, viel wichtiger als die Entscheidung für eine bestimmte Entwicklungsumgebung ist, dass sich alle Projektteilnehmer für das gleiche Produkt entscheiden.“ Das ist das Fazit aus Kay Glahns Artikel „Java-Entwicklungsumgebungen im Überblick“ in der Oktober-Ausgabe 2000 des Java-Magazins, in dem er die Tools Forte for Java, JBuilder, PowerJ, VisualAge for Java und Visual Café miteinander vergleicht. Kommen da (böse) Erinnerungen auf?

Kay Glahns Artikel ist ein wunderbares Zeitdokument für die zersplitterte Tooling-Landschaft der Vor-Eclipse Ära. Da die zahlreichen unterschiedlichen Tools und IDEs nicht wirklich miteinander kommunizieren konnten, lag der Rat nahe, sich in einem Team auf ein einheitliches Werkzeugset zu einigen. Ein Jahr später, im November 2001, wird IBM die „neuartige Open-Source-Plattform Eclipse“ vorstellen – und damit den Anfang vom Ende der kommerziellen Tool-Silos einläuten.

Java Museum im entwickler.kiosk

Jede Woche stellen wir eine historische Ausgabe des Java Magazins ins Museum. Kostenlos lesen können Sie die Ausgaben im entwickler.kiosk – einfach einloggen bzw. gratis Account anlegen und dem Java-Museums-Symbol folgen! Diese Woche: Ausgabe 10.2000.

Java Magazin 10.2000

Die Zeit der Werkzeug-Silos

„Obwohl zum Teil Schnittstellen zwischen den IDEs bestehen, gestaltet sich der Softwareentwicklungsprozess wesentlich einfacher, wenn alle Entwickler auf einer gemeinsamen Basis aufbauen“, schreibt Glahn Ende 2000. Das Problem war in der Tat das „zum Teil“ – der Austausch von Quellcode über Tools hinweg gestaltete sich schwierig. Jeder Tool-Hersteller kochte sein eigenes Süppchen; eine flexible Plattform, an die man die verschiedenen Werkzeuge andocken konnte, gab es nicht. Erinnern Sie sich noch an IHR Silo?

JBuilder

Im JBuilder von der Firma Inprise war im Jahre 2000 neu, dass das Tool neben Windows auch für Solaris und Linux zu haben war. Systemvoraussetzungen: Intel Pentium II 233MHz, 150 MB Festplattenspeicher, JDK 1.2.2. Kostenpunkt: DM 5669,- in der Enterprise Edition.

Bildschirmfoto 2015-07-14 um 16.52.05

Die Datenbankengine von JBuilder und ihre Tools unter Linux

 VisualAge for Java

VisualAge for Java war quasi IBMs Eclipse-Vorgänger. Besonders hervorgehoben wurde im Java-Magazin-Artikel 10.2000 der Visual Designer von VisualAge for Java, der das Programmieren mittels visuellen Elementen ermöglichte. Systemvoraussetzungen: Pentium oder höher, 550 MB Festplattenspeicher, JDK 1.1.7. Die Enterprise Edition schlug mit DM 6495,- zu Buche.

 

Der GUI Designer von Visual Age for Java unter Linux

Der GUI Designer von Visual Age for Java unter Linux

Forte for Java

Forte for Java war 2000 der Name für NetBeans. 1999 hatte Sun die tschechische Firma NetBeans aufgekauft und die IDE dann unter neuem Namen weiterentwickelt – als kommerzielles Produkt. Schon Ende 2000 kehrte man wieder zum alten Namen NetBeans in Form einer Open Source Edition zurück. Systemvoraussetzungen: Intel Pentium II/300MHz, 30 MB Festplattenspeicher, JDK 1.2.

Forte – alias NetBeans – mit Object Browser und Quickstart Guide unter Windows

Forte – alias NetBeans – mit Object Browser und Quickstart Guide unter Windows

PowerJ

PowerJ von Sybase wurde in der „Enterprise Edition“ mit Tools für die Entwicklung von Enterprise-Webapplikationen ausgeliefert, darunter Powersite, AppModeler und eine Developer Edition des Sybase EAServer. Kay Glahn war diese Ausstattung das Prädikat „Enterprise Kraftpaket“ wert. Zu haben für den Schnäppchenpreis von DM 1320,-. Systemvoraussetzungen: Pentium 75, 230 MB Festplattenspeicher, JDK 1.1.

 

Erstellen von Datenbankanwendungen „on the fly“ mit den Wizards von PowerJ

Erstellen von Datenbankanwendungen „on the fly“ mit den Wizards von PowerJ

 Visual Café

Und schließlich Visual Café 4.0 – ursprünglich von Symantec entwickelt, dann von der Firma WebGain aufgekauft, bei der wiederum BEA das Sagen hatte. Aus dieser Genealogie ergab sich 2000 der enge Zusammenhang von Visual Café als Entwicklungstool mit dem Weblogic Application Server von BEA. Systemvoraussetzungen: Pentium II/233MHz, 500 MB Festplattenspeicher, JDK 1.1. Preisrekord in der Studio Edition mit stolzen DM 10.000,-

Erstellen von Datenbankanwendungen mit Wizards und dbNavigator

Erstellen von Datenbankanwendungen mit Wizards und dbNavigator

 Gratis lesen

Doch lesen Sie selbst – das Java Magazin 10.2000 steht kostenlos im entwickler.kiosk bereit.

Viel Spaß beim Schmökern!

Verwandte Themen:

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. #java #eclipse #devops #machinelearning #seo. Zum Lächeln bringen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

avatar
4000
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: