"Ich bin Neal Fords Meinung, dass funktionale Programmierung die Zukunft ist" [JAX Blog]

Michel Krämer

7:42 – Ankunft in Mainz. Die Frisur sitzt.

8:40 – Sebastian Meyen eröffnet die JAX-Hauptkonferenz. Dieses Mal mit dabei: Die BigDataCon, eine eigenständige Konferenz, die im Rahmen der JAX stattfindet. Ein Blick ins Programmheft verrät, dass die BigDataCon zwei Tracks gleichzeitig hat. Das verspricht eine wirklich interessante Sache zu werden!

09:00 – Dennis Leung von Oracle startet mit seiner Keynote zum Thema „Java everywhere. The vision becomes true, again“. Er liefert eine Menge von Informationen über zukünftige Entwicklungen im Java-Umfeld (z.B. Java EE für die Cloud oder Project Avatar für HTML5). Die für mich wichtigste Ankündigung: Java 8 kommt voraussichtlich im Sommer 2013. Die Roadmap bis dahin sieht ziemlich spannend aus. Wie Sebastian Meyen in seiner Einführung bereits erwähnt hat: Es wird sich in nächster Zeit einiges ändern…

09:39 – Das Oracle-Maskottchen erscheint auf der Bühne. Obligatorisch für jede Oracle-Keynote. Sieht heute allerdings ein wenig traurig aus. Komisch. Hier ein Foto von @jaxcon über Twitter: http://t.co/Nafg9NiY

09:47 – Die Massen bewegen sich in Richtung der ersten Talks. Vielleicht wollen sich auch einige nur schnell ein Oracle-Shirt sichern!?

11:36 – Erwarte in Spannung Arno Haases Talk zu Java-Performance-Mythen. Der Raum füllt sich schon. Der Titel hat wohl einige angelockt. Mich inklusive.

11:43 – Hinten müssen die ersten stehenbleiben, weil schon alle Plätze besetzt sind.

12:46 – War tatsächlich ein super Vortrag. Wieder mal etwas aus dem Bereich des Detail-Tunings. Das schöne an der JAX ist die Mischung aus Low-Level- und High-Level-Beiträgen.

13:21 – Habe gerade in der Mittagspause Smalltalk betrieben (das ist das mit den Menschen und nicht das mit der Programmiersprache). Wir waren uns einig, dass die Qualität der Vorträge auf der JAX sehr hoch ist. Insbesondere die gut lesbaren und klar strukturierten Folien wurden gelobt.

13:32 – Braucht jemand Kugelschreiber? Hier auf der Expo im Foyer gibt’s genug. Und Regenschirme und Tassen und T-Shirts. Außerdem noch jede Menge Spiele und Preisausschreiben. Die Firmen denken sich einiges aus, um Gäste an den Stand zu locken.

15:15 – Mainz. Die Frisur sitzt immer noch. Und das ist auch gut so. Schließlich kommt jetzt mein eigener Vortrag über unsere Multiversion Concurrency Control Implementierung für MongoDB (MongoMVCC). Ein bisschen Schleichwerbung sei an dieser Stelle hoffentlich erlaubt.

16:17 – Mein Vortrag ist durch. Die Resonanz war sehr groß. Freut mich. Jetzt noch ein Talk von Neal Ford zum Thema „Funktionale Programmierung“. Findet im gleichen Raum statt. Kann also einfach hier bleiben.

17:45 – Sehr guter Vortrag. Neal Ford setzt eine nette Metapher ein: Ein Holzfäller arbeitet schon seit Jahren mit einer Axt und kommt damit gut zurecht. Dann wird die Kettensäge erfunden, mit der er die Bäume zehn Mal schneller fällen könnte. Der Holzfäller kommt damit aber nicht zurecht, weil ihm niemand erklärt, wie das Gerät funktioniert. So bleibt er lieber bei der Axt.

Ich bin Neals Meinung, dass funktionale Programmierung die Zukunft ist. Insbesondere dann, wenn man bedenkt, welche Vorteile dieses Paradigma für die Entwicklung nebenläufiger Software hat. Jemand muss uns Entwicklern nur einmal richtig erklären, wie das Ganze funktioniert und welche Vorteile es hat. Solange das nicht allen klar ist, bleiben wir wahrscheinlich bei der guten alten imperativen Programmierung und brauchen zehn Mal länger fürs Fällen unserer Bäume.

Mit diesen Worten möchte ich den Beitrag gerne abschließen. Für mich geht’s hier jetzt noch ein wenig weiter. Morgen und übermorgen sind außerdem noch zwei weitere Konferenztage, an denen ich auch anwesend sein werde. Vielleicht seid Ihr ja auch da!?

Wenn ihr mich seht, sprecht mich mal an!

Michel Krämer arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer IGD in Darmstadt. Seine Forschungsinteressen liegen in der Anwendung moderner und neuartiger Programmiersprachen sowie im Bereich der künstlichen Intelligenz für geographische Informationssysteme. Als Leiter des 3-D-Geobereichs hat er mehrjährige Erfahrung in der Softwarearchitektur. Er ist Autor der freien Anti-Spam-Software Spamihilator sowie verschiedener Open-Source-Veröffentlichungen. Darüber hinaus ist er Speaker auf Konferenzen und Workshops im Bereich der Geoinformatik und übt einen Lehrauftrag an der Technischen Hochschule Mittelhessen aus.

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Michel Krämer
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