Am Montag, den 1. Juni 2009 ist die diesjährige Rational Software-Konferenz von IBM mit der Opening-Keynote in Orlando Florida eröffnet worden.

IBM Rational Software Conference 2009

Olaf Monien

Rational Software ist der Geschäftsbereich innerhalb von IBM, der Produkte liefert, um den Lebenszyklus von Unternehmens-Software zu beherrschbar zu machen und Systeme, die auf dieser Software basieren, effektiv ausliefern zu können. Das Produktportfolio umschließt mit dutzenden von Produkten den kompletten Application Lifecyle Management (ALM) Bereich, und geht noch darüber hinaus. Kennzeichnend für die meisten Produkte ist dabei die hohe Integration untereinander und natürlich auch in die von IBM angebotenen Hardware- und Betriebsysteme.

Als markante Produktbeispiele sind hier sicherlich Rational ClearQuest, ein Bug-Tracker, oder Rational Rose, ein UML-basierendes Werkzeug zur Modellierung von Softwaresystemen, zu nennen. Mit Rational Application Developer finden sich zwar auch Werkzeuge zur Entwicklung von Software im Portfolio, allerdings sieht Rational seinen Produkt-Fokus weniger im Bereich Softwareentwicklung, als vielmehr in der Unterstützung der Software-Auslieferung – wie Tom Hawk , IBM General Manager, in seiner Keynote ausführte.

Tom Hawk, General Manager, IBM Global Industrial Sector
As Real as it Gets

So steht die Konferenz dann auch unter dem Motto „As Real as it Gets – Smarter Solutions for a Smarter Planet“. Dr. Daniel Sabbah, Geschäftsführer des Rational Software Geschäftsbereichs innerhalb von IBM, führte in seiner Keynote aus, dass Software in sämtlichen Bereichen der Geschäftswelt wie ein „unsichtbarer Faden“ den Betrieb und das Überleben sicher stellt. Die Bedeutung von Software – und damit deren Entwicklung und Auslieferung – sei gerade heute, da sich man sich neuen Herausforderungen zu stellen habe, außerordentlich hoch und damit eine der entscheidenden Säulen erfolgreicher Unternehmen.

3000 Teilnehmer im Dolphin Ballroom

Aus diesem Grund sei auch weiterhin in „signifikantem“ Maße in Software zu investieren. Den weltweiten, kumulierten Wert sämtlicher aktiver Software (also die Kosten, die für die Erstellung und Wartung bisher aufgebracht wurden) schätzte Steve Mills, Senior Vice President IBM, auf rund 4,5 Trillionen US-Dollar für das kommende Jahr 2010. Über die nächsten 10 Jahre erwarte er eine Verdoppelung dieser Summe. Mit anderen Worten ist also von einem jährlichen Investitionsvolumen in Software von rund 450 Mrd. USD auszugehen.

Es sei jedoch außerordentlich wichtig, in die richtigen Werkzeuge (und Methoden) zu investieren, da die Herausforderung für die Zukunft darin bestände, intelligente Lösungen zu entwickeln, die in allen Bereichen zu einem intelligenten Umgang mit unserer Umwelt führen. Als Beispiele kann man Systeme nennen, die aus Energiequellen die Energie mit höchstmöglichem Wirkungsgrad herausholen. Oder Systeme die Verkehrsflüsse in Städten so optimieren, dass Staus und Energieverbrauch minimiert werden. Diese Liste könne durch Beispiele aus den Bereichen Gesundheit, Nahrungsmittel, Telekommunikation etc. beliebig fortgesetzt werden, so Mills.

IBM Rational sieht sich durch die Vielzahl seiner Produkte in praktisch jedem dieser Bereiche breit genug aufgestellt, um Werkzeuge für die Verwirklichung dieser Ziele jetzt und in Zukunft -as real as it gets – optimal anbieten zu können.

Agility@Scale

Daniel Sabbah führte an, dass agile Verfahrensweisen, zusammen mit granularer Service Funktionalität, die entscheidenden Schlüssel zur Entwicklung der „intelligenten Lösungen“ seien. Unter „Agility@Scale“ sei zu verstehen, dass man Agile Muster, nutzt, wie sie einem den besten Nutzen zu geben scheinen und nicht weil sie im Lehrbuch exakt so beschrieben sind.

In einem persönlichen Gespräch erläuterte Scott Ambler, „Practice Leader of Agile Developmenr“ bei Rational, dass es jedem Unternehmen selbst überlassen sei, die geeignetsten Methoden aus Scrum, XP oder anderen Vorschlägen zu nehmen, um damit einen eigenen Agilen Prozess zu erstellen. Agile Verfahren seien nicht für jeden geeignet, aber die zunehmende Verbreitung – Ambler schätzte die Quote der Unternehmen, die zumindest ansatzweise Agile Verfahren nutzen, für das Jahr 2008 auf knapp 70% – zeige, dass es sich hier insgesamt um eine „erwachsene“ Vorgehensweise handele, die dazuführen könne, dass man die Anforderungen der Kunden besser erfüllen kann.

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Olaf Monien
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