Hudson@Eclipse: Schritt in Richtung Jenkins? - JAXenter

Hudson@Eclipse: Schritt in Richtung Jenkins?

Hartmut Schlosser

Kein anderer Projekt-Vorschlag hat jemals eine derart hitzige Debatte ausgelöst wie das Hudson Proposal bei Eclipse – schreibt Eclipse Evangelist Wayne Beaton in seinem Blog. Gleichzeitig hält Wayne nicht mit seiner Meinung hinterm Berg: Das Hudson-Proposal genüge allen Anforderungen an ein Eclipse-Proposal, die Fragen aus der Community seien adäquat beantwortet worden, eine signifikante Community entwickele sich um das Proposal und die Entwickler-Community um Hudson sei divers und ambitioniert. Beaton zieht den Schluss: Das Hudson-Projekt sei bereit, in die nächste Stufe des Eclipse-Entwicklungsprozesses überführt zu werden: der Creation Review.

Die Frage lautet nun: Wird die Annahme von Hudson als Eclipse-Projekt einen Prozess der Wiedervereinigung zwischen Hudson und Jenkins anstoßen oder – im Gegenteil – die Fronten nur weiter verhärten und den Fork erst recht zementieren?

Diskussionen

Im Eclipse-Forum hat sich mittlerweile eine interessante Diskussion um diese Frage entsponnen. Für Eclipse-Committer Kaloyan Raev macht der Hudson-Vorschlag bei Eclipse in der Tat nur dann Sinn, wenn er dazu führt, den Fork zwischen Hudson und Jenkins rückgängig zu machen. Sei dies nicht der Fall, würde der Vorschlag nur Öl ins Feuer der Debatte gießen und gar ein schlechtes Licht auf die Eclipse Foundation werfen, die sich den Vorwurf Gefallen lassen müssten, von Oracle instrumentalisiert zu werden.

Oracles Ted Farrell äußert sich daraufhin recht eindeutig: Zunächst handele es sich bei dem Proposal vor allem darum, eine formale Governance-Struktur für das Hudson-Projekt zu finden, die unabhängig von Oracle funktioniere. Einen möglichen Zusammenschluss von Hudson und Jenkins stehe nicht per se im Fokus und solle unabhängig von dieser ersten Frage diskutiert werden.

Farrell weist darauf hin, dass die beiden Projekte schon dabei sind, sich in entgegengesetzte Richtungen weiterzuentwickeln.

Things may look similar between Hudson and Jenkins now, but I think you will start to see more and more changes between them moving forward. If you look closely it has already started. Ted Farrell

Das Jenkins-Team hat in seinem Wiki eine Liste von Anforderungen zusammengestellt, die es bei einer möglichen Zusammenführung von Hudson und Jenkins zu erfüllen gilt. Beispielsweise will das Jenkins-Team an einem liberalen Entwicklungsprozess festhalten, in dem Drittparteibeiträge jederzeit willkommen sind. Für Ted Farrell scheint dies indes eine Anforderung zu sein, die einer Wiedervereinigung im Wege steht:

This is very different than what Oracle, Sonatype and some others have been talking about for Hudson. We want a formal development style like Eclipse. We want things in a friendly license like EPL. We want to make sure that people can’t bring in any third-party library and taint the project for redistribution. Ted Farrell

Obwohl Farrell sagt, dass man offen für Diskussionen sei und er durchaus Raum für einen Kompromiss sehe, lauten seine persönlichen Einschätzungen doch anders:

I don’t think it benefits anyone to try and force a reunion of two opposing forces. Ted Farrell

Hudson + Eclipse = Fork?

Die Diskussionen im Jenkins-Hudson Fall sind also noch lange nicht abgeschlossen. Wahrscheinlich ist, dass das Hudson-Proposal bei Eclipse Akzeptanz finden wird, womöglich nach einer internen Abstimmung.

In einem aktuellen Dokument diskutiert das Jenkins-Team die Alternativen bzgl. einer Dachorganisation: Apache, Eclipse, SFC oder SPI.
Hier steht auf der Pro-Eclipse-Seite immerhin die Möglichkeit der Wiedervereinigung, die enge Zusammenarbeit mit dem Eclipse Mylyn-Team, die neuerdings verfügbare Git-Integration in Eclipse sowie der Anschluss an ein reichhaltiges Plug-in-Ökosystem.

Gegen Eclipse spreche indes die Inkompatibilität zwischen der Eclipse Public Licence (EPL) und der von Jenkins präferierten MIT-Lizenz sowie die strengen IP-Richtlinien bei Eclipse.

Die Möglichkeit einer Wiedervereinigung scheint also immerhin noch von beiden Seiten eingeräumt zu werden. Angesichts der aktuellen Gemengelage scheint uns allerdings die Akzeptanz von Hudson als Eclipse-Projekt eher von diesem Ziel weg zu führen.

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Hartmut Schlosser
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