Hudson versus Jenkins: Sonatype bekennt sich zu Hudson

Hartmut Schlosser

Ein veritabler Fork zeichnet sich beim Continuous Integration Server Hudson ab. Nachdem auf eine Initiative von Hudson-Gründer Kohsuke Kawaguchi und Andrew Bayer hin in einer Community-Abstimmung die Umbenennung des Systems in Jenkins beschlossen worden war, hat sich nun das Maven-Entwicklerhaus Sonatype zum „alten“ Hudson-Projekt bekannt, auf das bekanntlich Oracle Trademark-Ansprüche angemeldet hatte.

Auf dem Sonatype-Blog steht zu lesen, Sonatype habe in jüngster Zeit erhebliche Entwicklungsarbeit in die Verbesserung der Hudson-Kernarchitektur gesteckt. Stabilität, Performanz und eine nahtlose Integration in Maven 3 hätten dabei im Vordergrund gestanden. Diese Arbeiten sollen auf der Java.net-Infrastruktur – nicht auf jenkins-ci.org – weitergeführt werden.

We are continuing to add engineers to our Hudson team and are working hard with the Hudson community to move much of the work we’ve done here to Java.net. Wayne Jackson

Sonatype-Gründer Jason van Zyl hatte zuvor bereits auf der Hudson-Mailingliste seinen Standpunkt klargemacht. Dabei berichtet er, Maven habe vor allem nach Upgrades mit Stabilitätsproblemen bei Hudson zu kämpfen gehabt. In diesem Bereich wolle Sonatype, an der Seite von Oracle, Entwicklerressourcen investieren. Die aktuelle Situation bezeichnet er als „bedauernswert“, ein Fork sei nicht im besten Interesse der Anwender. Doch schließlich stehe es Kohsuke Kawaguchi frei, mit dem Hudson-Quellcode zu tun und zu lassen, was er wolle. Letztlich sei van Zyl aber sicher, dass beide Projekte die Anwender zufrieden stellen werden.

While I’m sure we’re not going to be very popular in the short term, continuing the
Hudson with Oracle is what we feel is best. Our goals and motives have not changed since
the first time I posted about Sonatype’s potential involvement. We care about the IP, the
provenance of the code, the stability of the core, helping to create a new architecture while
maintaining backward compatibility, create great Maven integration and create a commercial
product. We’ve done a lot of work for enterprise users and we hope to share this with the
Hudson community as soon as we can. Jason van Zyl

I believe it is truly regrettable what has happened, but life goes on and I’m sure both projects
will do well catering to their users. Jason van Zyl

Die Illusion, es handele sich beim Übergang von Hudson nach Jenkins um eine reine Umbenennung des Projekts, dürfte damit endgültig vom Tisch sein. Da das Community Voting deutlich zugunsten des vom ursprünglichen Hudson-Gründer Kawaguchi geleiteten Jenkins-Projektes ausfiel, steht zu erwarten, dass große Teile der Community sich Jenkins zuwenden werden (Vorbereitungen dafür werden bereits getroffen).

Andererseits hat Sonatype klar gemacht, dass es bereit ist, in die entstandene Lücke bei Hudson zu stoßen und dort – angesichts der zweifellos vorhandenen Entwickler-Kompetenzen – eine Art Führungsrolle einzunehmen. Dabei scheinen Oracle und Sonatype die Stabilitätskarte ausspielen zu wollen, was bei zahlreichen Sonatype- und Oracle-Kunden durchaus Eindruck machen dürfte.

Die Community sollte sich also auf zwei konkurrierende CI-Systeme einstellen: Jenkins und Hudson. Welches der beiden Projekte dabei die Oberhand behalten wird – und wie weit sie sich technologisch auseinander entwickeln werden – ist derzeit schwer absehbar.

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Hartmut Schlosser
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