Hudson feiert erstes Release bei Eclipse

Hartmut Schlosser

Das erste Release des CI-Servers Hudson unter dem Dach der Eclipse Foundation steht bereit. Der Milestone 0 von Hudson 3.0.0 bringt Verbesserungen für Maven-3- und GIT-User. Gearbeitet wurde auch am JAXB-basierten REST API, den parametrisierten Builds, dem User Management und den Sicherheits- und Authorisierungskomponenten. 350 Bugs sollen gefixt worden sein, die vor allem der Stabilität, Performanz und den Kern-Plug-ins zugute kommen sollen.

Nach der Abwanderung des ursprünglichen Hudson-Entwicklerteams, das die Codebasis unter dem Namen Jenkins weiterpflegt, steht Hudson vor der wichtigen Aufgabe, das Projekt in die Strukturen der Eclipse Foundation einzupassen. Eine nicht ganz triviale Angelegenheit, verlangen die Eclipse-Richtlinien unter anderem doch die Klärung der Lizenzbedingungen auch von Drittpartei-Bibliotheken. Von den über 200 dieser ursprünglich in Hudson eingebundenen Libraries stehen einige auch unter der LGPL – eine Lizenz, die von der Eclipse Foundation nicht akzeptiert wird.

Viel Arbeit wird zurzeit deshalb im Hudson-Team darauf verwendet, zweifelhafte Bibliotheken durch andere zu ersetzen – ein arbeitsintensiver Prozess, wie Hudson-Entwicklerin Susan Duncan im Entwickler-Blog beschreibt. Dennoch sei es bereits gelungen, über 50 dieser Libraries in das Eclipse-Hudson-Paket zu integrieren. Als Vorteil sieht Duncan diesen Aufwand auch deshalb, weil man nun die Gelegenheit am Schopf packen könne, einige der Komponenten zu modernisieren.

Auch Webseite und Wiki konnten auf einen neuen Stand gebracht werden. Insgesamt soll das Projekt nun so weit sein, um die hochgesteckten neuen Ziele angehen zu können, als da wären:

  • Visualisierungen von Build-Schritten und Unterstützung von Cross-Projekt-Management
  • UI-Modernisierung weg von Jelly zu einer Standard-Technologie wie Facelets oder JSF
  • Enterprise Support (LDAP-Verbesserungen, Active Directory, neue Tools für die Verwaltung komplexer Projektstrukturen, Text-Markup-Funktionen)
  • Native Installer für diverse Plattformen
  • Enterprise Groups

Unser Fazit: Hudson und Jenkins leben beide weiter – und zwar in immer eigenständigeren Formen. In den kommenden Monaten wird Hudson den Umzug nach Eclipse finalisieren, was in monatlichen Meilenstein-Releases geschehen soll, die noch nicht in produktiven Umgebungen eingesetzt werden sollten. Für die produktive Nutzung wird es parallel auch Updates unter der alten Adresse hudson-ci.org geben.

Und Jenkins? Jenkins führt sein Eigenleben unter der Adresse http://jenkins-ci.org/ fort. Um den Guru und ursprünglichen Hudson-Gründer Kohsuke Kawaguchi hat sich ebenfalls eine lebendige Community gebildet, die mindestens so aktiv ist wie Hudson und durchaus selbstbewusst andere Schwerpunkte setzt.

Hudson oder Jenkins? Welcher CI-Butler nun besser zum eigenen Projekt passt, muss jeder selbst entscheiden. Sicher ist, dass der Community nun zwei leistungsstarke CI-Systeme zur Verfügung stehen: Hudson und Jenkins!

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Hartmut Schlosser
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