Ein Dinosaurier gibt auf

HP stellt den Betrieb seiner Public Cloud ein

Melanie Feldmann

©Shutterstock / Richard Laschon

HP verabschiedet sich von der Cloud – zumindest von seiner Public Cloud. Zum 31. Januar 2016 ist Schluss. Bis dahin haben Anwender noch Zeit, ihre Daten einem – hoffentlich – langlebigeren Cloud-Anbieter anzuvertrauen.

In einem Blogpost schreibt Senior Vice President und General Manager von HP Bill Hilf über die neue Strategie. Das Unternehmen konzentriere sich fortan auf sein Privat-Cloud-Angebot und unterstütze Kunden dabei, hybride Cloud-Infrastrukturen aufzubauen. Basis dafür ist die Plattform HP Helion OpenStack, auf der die unternehmenseigene Lösung für private Clouds HP Helion CloudSystem basiert. Mit dem Ziel, die eigene Software als effizientes Management-Tool für hybride Clouds zu etablieren, setzt das Unternehmen nun mehr auf Schnittstellen zu den etablierten, großen Cloud-Anbietern wie Amazon (AWS), Microsoft (Azure) und Pivotal (Cloud Foundry).

Kurswechsel bei HP ein Muss

Für Beobachter der Cloud-Welt kommt der Abschied von HP nicht unerwartet. HPs Cloud-Dienste waren weniger bekannt und weniger erfolgreich als die Konkurrenz bei Amazon und Microsoft. Der Hardware-Gigant hat die Zeichen der Zeit zu spät erkannt und sprang deswegen auch zu spät auf den Cloud-Zug auf. Was Angebot und ausgefeilte Dienste anbelangt, waren andere Anbieter bereits Meilen voraus. Das zeigen auch die aktuellen Quartalszahlen: Amazon, Microsoft und auch Google legten glänzende Zahlen vor – vor allem weil ihre Cloud-Dienste ordentliche Zuwächse einbrachten.

Ganz im Gegensatz dazu HP und andere alte Hardware-Giganten wie Dell, EMC und IBM. Bei ihnen stagniert das Wachstum, wohl auch deshalb, weil Cloud-Anbieter und -Kunden traditionelle Hardware, Software und Services nicht mehr brauchen. Sie werden deswegen schon als vom Aussterben bedrohte Dinosaurier oder gar als wandelnde Tote bezeichnet. Der Schwenk von HP, fortan nur noch auf private Clouds zu setzen, ist die Hoffnung, in der Nische zwischen den großen Playern ein Stück vom Kuchen abzubekommen.

 Aufmacherbild: Broken cloud service von Shutterstock / Urheberrecht: Richard Laschon

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Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
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