Hire and fire? Warum es sich lohnt, regelmäßig neue Entwickler einzustellen

Astrid Spier

©Shutterstock/Media Union

Betrachtungen über den Arbeitsmarkt werden häufig aus Sicht der Arbeitnehmer angestellt und meistens liegt der Fokus auf Fragen danach, wo, womit, wie und wann man möglichst viel Geld verdienen und seine Fähigkeiten am besten einbringen kann. Natürlich gibt es aber auch die andere Seite, die der Arbeitgeber.

Hire and fire?

Was bedeutet es überhaupt für Unternehmen, neue Entwickler einzustellen? Und was gibt es dabei zu beachten? Zac Gery hat sich darüber einmal in der Agile Zone Gedanken gemacht.

Stellt man einen neuen Entwickler ein, ist – unabhängig von den Fähigkeiten des Neulings – zunächst einmal eine effiziente Einführung wichtig. Ohne die notwendige Anleitung und ohne Rücksicht auf gewachsene Strukturen wird der gesamte Aufbau des Teams in Frage gestellt und ein effektives Arbeiten ist nicht mehr möglich. Hinzu kommt, dass auch erfahrene Entwickler zunächst mit einem Defizit starten, da sie nur in den wenigsten Fällen alle internen Vorgänge oder gar die genutzte Software im Detail kennen. Es empfiehlt sich daher, schon in Vorhinein Code Reviews und ähnliche Zusammenfassungen zu erstellen, die die Einarbeitung erleichtern.

Formulieren Sie klare Erwartungen

Ebenfalls hinderlich bei der Integration sind zu hohe Erwartungen auf beiden Seiten. Unternehmen sollten in jedem Fall den Arbeitsaufwand für Neuankömmlinge reduzieren und zu Beginn etwas nachsichtiger sein. Insbesondere während der ersten Woche kann man kaum produktive Ergebnisse erwarten, weshalb man während der Kennenlern- und Einarbeitungsphase toleranter sein sollte. Eine solche Schonfrist sollte allerdings klar abgesprochen werden, damit sich zum einen die Arbeitnehmer nicht unnötig unter Druck setzen und schon zu Beginn verzweifeln, wenn sie die eigens auferlegten Erwartungen nicht erfüllen können. Auch verhindern klare Absprachen, dass es zu falschen Vorstellungen bezüglich der alltäglichen Pflichten kommt und die Arbeitnehmer möglicherweise von einem laschen Arbeitstempo oder einer zu nachsichtigen Unternehmensführung ausgehen.

Generell gilt, dass die Kommunikation zwischen der Unternehmensführung und den Arbeitnehmern von äußerster Wichtigkeit ist, denn nur durch ein Ansprechen von Problemen können diese konstruktiv behoben werden. Dies gilt für zwischenmenschliche Angelegenheiten wie für technische Probleme, Anregungen, Kritiken oder Wünsche gleichermaßen. Zudem schafft eine offene Kommunikation Vertrauen und verbessert das Arbeitsklima. Zweifellos steckt ein besonderes Potenzial in neuen Mitarbeitern, da sie ein Hinterfragen der routinemäßigen Arbeitsabläufe ermöglichen und neben einem frischen Wind auch neue Sichtweisen auf eingefahrene Abläufe einbringen können.

Kontinuität als Erfolgsfaktor

Selbst dann, wenn ein Unternehmen gut aufgestellt ist, gibt viele gute Gründe, regelmäßig neue Entwickler, Coder, Designer und andere Fachkräfte einzustellen, denn Stillstand bedeutet bekanntlich Rückschritt. Dennoch soll dies keinesfalls ein ausgeprägtes Hire-and-Fire befürworten. Stattdessen ist auf Ausgewogenheit zu achten, da sich ein erfolgreiches Unternehmen auch durch Kontinuität, Verlässlichkeit und die Chance zur Weiterentwicklung auszeichnet. Ebenso wichtig wie das Feedback der Neuen ist hierbei auch das Feedback der Alten.

Aufmacherbild: Empty desk after termination of employment von Shutterstock / Urheberrecht: Media Union

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Astrid Spier
Astrid Spier
Astrid Spier arbeitet seit Juli 2012 als Redaktionsassistentin bei S&S Media. Im Mai 2011 hat sie ihren Master in Germanistik in den Vereinigten Staaten erhalten. Durch die enge Verbindung von Journalismus und Germanistik hat sie in den USA journalistische Erfahrungen sammeln können und Artikel zur interkulturellen Verständigung für den Blog der Universität geschrieben. Im März 2013 hat sie ihr Staatsexamen mit den Fächern Englisch und Deutsch in Mainz abgeschlossen.
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