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Interview mit Greg Luck

Hazelcast tritt der Eclipse Foundation bei: „Es besteht Interesse, MicroProfile um JCache-Unterstützung zu erweitern“

Gabriela Motroc

Greg Luck

Hazelcast ist der Eclipse Foundation beigetreten. Wegen Eclipse MicroProfile und der Tatsache, dass Oracle die Verantwortung für die Java-EE-Technologien an die Foundation übergeben hat, sei es für Hazelcast der richtige Zeitpunkt, sich stärker zu engagieren. Wir sprachen mit Greg Luck, dem CEO von Hazelcast, über die Schwerpunkte des Unternehmens, die Zukunft von Open Source Enterprise Java und vieles mehr.

JAXenter: Warum hat sich Hazelcast entschieden, der Eclipse Foundation beizutreten?

Greg Luck: Seit einiger Zeit arbeiten wir sukzessive mit der Eclipse Foundation an einer Reihe von Open-Source-Projekten. Angesichts unserer Arbeit an Eclipse MicroProfile und der Tatsache, dass Oracle die Verwaltung der Java-EE-Technologien an die Foundation übergeben hat, waren wir der Meinung, dass es der richtige Zeitpunkt war, uns noch stärker zu engagieren.

JAXenter: Worauf wird sich Hazelcast in diesem neuen Arrangement konzentrieren?

Greg Luck: Unser Hauptaugenmerk liegt auf JCache, Eclipse MicroProfile und EE4J. Insbesondere werden wir mit Mitgliedern zusammenarbeiten, um JCache bekannter zu machen. JCache ist ein Java Specification Request (JSR-107), das API und Semantik für das temporäre, speicherinterne Caching von Java-Objekten spezifiziert, einschließlich Objekterstellung, Shared Access, Spooling, Invalidierung und Konsistenz über JVMs hinweg. Diese Operationen helfen bei der Skalierung von Anwendungen und bei der Verwaltung von schnellen Zugriffen auf häufig verwendete Daten. Im Rahmen des Java Community Process (JCP) bin ich Co-Spec Lead und dann Maintenance Lead von „JCache – Java Temporary Caching API“ seit 2007.

JAXenter: Warum ist es wichtig, JCache bekannter zu machen? Was ist dabei für Hazelcast drin?

Bei einer Abstimmung der Community über Java EE Features im Jahr 2016 war die JCache-Unterstützung das am meisten nachgefragte Feature.

Greg Luck: JCache standardisiert das Caching für die Java-Plattform: Es ist ein Mechanismus zum Erstellen, Zugreifen, Aktualisieren und Entfernen von Informationen aus Caches. Es wird die Verbreitung von In-Memory-Computing beschleunigen, indem es allen Java-Entwicklern eine benutzerfreundliche und standardisierte Methode für den Zugriff auf Speicher aus Java heraus bietet. Unternehmen werden von der erhöhten Geschwindigkeit und Skalierbarkeit der Anwendungen profitieren, die speziell für die Nutzung von JCache geschrieben wurden. Sie können den Anbieter wechseln, ohne dass sie ihre Anwendungen neu schreiben oder eine proprietäre, maßgeschneiderte Cache-Abstraktionsschicht pflegen müssen.

Es gibt jetzt 14 Implementierungen von JCache. Es gibt eine für fast alle In-Memory Data Grids, jeden Distributed Java Cache und jeden In-Process Java Cache. Spring unterstützt JCache seit vielen Jahren. Es ist immer noch in Arbeit JCache auch mit den Enterprise Frameworks jenseits von Spring zu implementieren.

Bei einer Abstimmung der Community über Java EE Features im Jahr 2016 war die JCache-Unterstützung das am meisten nachgefragte Feature. Es besteht auch Interesse daran, es zu MicroProfile hinzuzufügen. Wir bleiben Mitglied des JCP-Exekutivkomitees und sind jetzt der Eclipse Foundation beigetreten, um JCache zu fördern.

Hazelcast IMDG ermöglicht Unternehmen eine nahtlose Integration mit JCache. Das JCache-Caching-Layer-API bietet eine Reihe von Standardoperationen, die auf Anwendungsfälle für Caching spezialisiert sind. Diese Operationen können helfen, Anwendungen zu skalieren und den Hochgeschwindigkeitszugriff auf häufig verwendete Daten zu verwalten. Hazelcast erreicht sein Caching-Potenzial mit einer 100-prozentig standardkonformen Implementierung, die sich transparent beim JCache-Subsystem registriert. Den JCache-Standard bekannter zu machen, erleichtert es Unternehmen, Hazelcast IMDG als primären Cache-Provider zu nutzen.

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JAXenter: Nachdem Oracle beschlossen hat, Java-EE-Technologien an die Eclipse Foundation zu übergeben begannen Diskussionen über die Zusammenführung von EE4J und Eclipse MicroProfile. Bist du der Meinung, dass diese beiden Projekte zusammengeführt werden sollten?

Da es sich bei Java EE um eine Sammlung anderer JSR-Standards handelt, können diese in MicroProfile übernommen werden.

Greg Luck: Ich war auf der Mailingliste aktiv, habe einige Gespräche geführt und kenne die beteiligten Personen. Ich würde sagen, dass es eine sich entwickelnde Situation mit gutem Willen auf beiden Seiten ist. MicroProfile entstand unter anderem durch das schwankende Engagement von Oracle für Java EE. Ich denke, dass Oracle viel Geld und Mühe in Java EE investiert hat aber es für sie unwirtschaftlich wurde. Java selbst wird immer stärker, aber es gibt eine Bewegung weg vom dem Modell, dass viele Anwendungen auf einem App-Server implementiert werden, das wir früher hatten. Hazelcast eignet sich hervorragend für Microservices. Also wollten wir mehr damit machen und damit auch unsere Unterstützung für MicroProfile verstärken.

Ich bin mir nicht sicher, ob die Projekte zusammengeführt werden müssen. Da es sich bei Java EE um eine Sammlung anderer JSR-Standards handelt, können diese in MicroProfile übernommen werden, soweit das sinnvoll ist. Die Version 1.2 von MicroProfile enthält jetzt Health Check 1.0, Metrics 1.0, Fault Tolerance 1.0, JWT Propagation 1.0, das aktualisierte Config 1.1 zusätzlich zu CDI 1.2, JSON-P 1.0 und JAX-RS 2.0. Es hat also einiges von Java EE übernommen.

JAXenter: Wie will Hazelcast sein Engagement als Mitglied der Eclipse Foundation fortsetzen? Gibt es konkrete Pläne?

Greg Luck: Als Unternehmen sind wir fest entschlossen, die Einführung offener Standards voranzutreiben und dafür zu sorgen, dass Java die führende Plattform für Unternehmensanwendungen bleibt. Hazelcast war das erste Open Source In-Memory Data Grid, veröffentlicht 2008 unter einer Apache-2-Lizenz.

Wir werden weiterhin von neuen Open-Source-Projekten implementiert, und von Projekten, die ihre Produkte mit Open-Source-Stacks entwickeln wollen. Ich denke, das liegt daran, dass wir vertrauenswürdig sind und weiterhin stark in die Verbesserung von Hazelcast investieren. Neben der Teilnahme an MicroProfile- und EE4J-Projekten hat Hazelcast aber keine weiteren konkreten Pläne.

JAXenter: Wie würdest du die Zukunft  von Open Source Enterprise Java beschreiben? Was ist 2018 und darüber hinaus zu erwarten?

Greg Luck: Spring wird immer stärker und stärker. Da erwarte ich noch mehr. Die Nicht-Spring-Welt, die seit langem dahinsiecht, hat jetzt neue Energie und Anziehungskraft durch die Eclipse Foundation. Ich erwarte Gutes, und wir werden entsprechend helfen.

JAXenter: Danke für das Gespräch!

Geschrieben von
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc ist Online-Redakteurin für JAXenter.com. Vor S&S Media studierte Sie International Communication Management an der The Hague University of Applied Sciences.
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