Hat Oracle Anspruch auf das Hudson-Trademark?

Hartmut Schlosser

Einem aktuellen Bericht von The Register zufolge hat Oracle keinen Anspruch auf die Namensrechte für das Continuous-Integration-System Hudson.

Ein ehemaliger Sun-Mitarbeiter soll bestätigt haben, dass Sun vor der Übernahme explizit die Entscheidung getroffen habe, nicht das Hudson Trademark einzufordern. Oracle soll erst am 29. Oktober 2010 einen entsprechenden Antrag gestellt haben, der derzeit wohl geprüft werde.

Auf Nachfrage äußerte sich Oracles „Senior VP of Tools and Middleware“ Ted Farrell, er glaube, Oracle habe im Zuge der Sun-Übernahme Ansprüche auf verschiedene Namensrechte geltend gemacht, darunter auch Hudson. Derzeit laufe ein Prozess über diese Angelegenheit in den USA und in Europa. Details zum aktuellen Stand dieser Verfahren waren Farrell nicht bekannt.

Farrell merkt an, dass auch er und sein Team Teil der Hudson Community seien und einige offene Fragen derzeit mit anderen Hudson-Kernentwicklern diskutiert würden. Er glaube, dass man schlussendlich zu einem für alle zufriedenstellenden Ergebnis gelange.

„I believe we will all come out on the same page.“

Was indes übel aufstößt, ist die Tatsache, dass die Hudson-Community offensichtlich völlig im Dunkeln über Oracles Pläne zum Hudson-Trademark gehalten wurde. Hatte man gehofft, Oracles Kommunikationsverhalten gegenüber Open-Source-Communities würde sich durch die massive öffentliche Kritik etwa bei der Schließung von OpenSolaris, der Verweigerungshaltung gegenüber Apaches Harmony, der Klage gegen Googles Android und der fragwürdigen JCP-Wahl etwas offener und partizipatorischer gestalten, zeigt die Hudson-Affäre eher, dass in Sachen Transparenz ohne Druck nichts von Oracle zu erwarten ist.

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Hartmut Schlosser
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