Ergebnisse der JAXenter-Umfrage

Hart aber Fair: Welche Zukunft hat JavaFX?

Hartmut Schlosser
JavaFX

Wie steht es um die neue UI-Technologie JavaFX? Unsere Serie 20 JavaFX-Anwendungen aus der Praxis hatte eindrucksvoll demonstriert, dass JavaFX bereits in etlichen produktiven Anwendungen zum Einsatz kommt. Wie JavaFX allerdings in der Breite genutzt wird, wollten wir in einem Quickvote in Erfahrung bringen.

JavaFX-Zweifler

Eines vorweg: Bei Oracle ist JavaFX gesetzt. Zweifel daran sind eigentlich unangebracht. Nachdem die iJUG (Interessenverbund deutscher Java User Groups) kürzlich von Oracle ein explizites Bekenntnis  zu JavaFX gefordert hatte, etwa weil der Support für die ARM Embedded Platform eingestellt wurde oder der JavaFX Scene Builder nicht mehr offiziell zum Download angeboten wird, gibt es hierzu mittlerweile deutliche Aussagen von Oracle.

So stellte Don Smith, Oracle Senior Director Product Management, klar, dass JavaFX auch weiterhin die empfohlene Technologie zur Entwicklung von Rich Clients sei und diesbezüglich auch weiterentwickelt werde:

We continue to recommend JavaFX for application developers building rich clients.  As of 8u40, JavaFX added support for assistive technologies making it therefore the recommended UI framework for accessibility applications.

Der wegfallende Support der ARM-Plattform habe mit dem hohen Aufwand zu tun, angesichts einer sich sehr schnell verändernden Hardware-Technik einen nachhaltigen kommerziellen ARM-Support zu garantieren. Nichts halte indes Dritte davon ab, sich im Rahmen des OpenJFX-Projektes mit JavaFX-Ports zu befassen – entsprechende Aktivitäten gibt es von Gluon und MicroDoc.

Zum beliebten Werkzeug Scene Builder steht die Aussage, dass dieses unter der offenen BSD-Lizenz verfügbar gemacht wurde und die Strategie darin bestehe, den Scene Builder in Tools und Entwicklungsplattformen zu integrieren. Auch hier verweist Smith auf das Startup Gluon von Johan Vos.

JAXenter gegenüber bestätigte Wolfgang Weigend, leitender Systemberater bei Oracle Deutschland, die Kontinuität der JavaFX-Strategie. Auf der JavaLand-Konferenz sprachen Oracle-Offizielle von einer gestiegenen Anzahl an JavaFX-Entwicklern und einer offiziellen Roadmap bis ins Jahr 2028.

JavaFX im Web?

Bleibt dennoch die Frage, wie sich JavaFX gegenüber anderen Technologien positionieren kann. Björn Müller (CaptainCasa), den wir auf JAXenter interviewt haben, sieht die Nische für JavaFX groß genug, um sich dauerhaft zu etablieren – vor allem im Bereich der Desktop-Clients:

5643578905715ec456ec34deversion255sizefullExplizit zu installierende, funktional mächtige Desktop-Clients mit anspruchsvoller grafischer Interaktion – wer das macht, der wird sich mit JavaFX wohlfühlen. Und natürlich auch jeder, der einen Client mit direktem Zugriff auf lokale Ressourcen (Dateisystem, serielle Schnittstelle, …) entwickelt.

Ob JavaFX sich allerdings als Technologie für Web-Oberflächen durchsetzen wird, muss die Zeit noch zeigen. In unserer großen JAXenter-Umfrage war das generelle Interesse an HTML5 jedenfalls riesig. JavaFX erzielte ein gemischtes Ergebnis, das jedoch deutlich besser als bei Swing ausfällt.

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JavaFX in der Breite

Zurück nun aber zu unserem Quickovte. Die Frage lautete schlicht: „Nutzen Sie JavaFX“? 381 Stimmen wurden abgegeben. Die Kernaussage: 21% der Teilnehmer nutzen JavaFX bereits produktiv in laufenden Anwendungen – eine Zahl, die durchaus eine positive Interpretation zulässt. Bereits jetzt ist die Verbreitung von JavaFX beachtlich, berücksichtigt man, dass die UI-Technologie erst in Java 8 Teil des JDK geworden ist.

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Wir sind gespannt, wie sich die Nutzung von JavaFX weiter entwickeln wird. Das Toolkit wird reifer werden, Erweiterungen, Tools, Bibliotheken werden zunehmen. Aus Experimenten werden ernsthafte Anwendungen…

Was ist Ihre Meinung: Was spricht für, was gegen eine weitere Verbreitung von JavaFX?

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Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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