Graphdatenbank Neo4j 2.3 erschienen, Abfragesprache Cypher wird Open Source

Michael Thomas

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Neo Technology, Entwickler der Graphdatenbank Neo4j, hat die Verfügbarkeit der finalen Version von Neo4j 2.3 bekannt gegeben. Das neue Release soll Unternehmen in die Lage versetzen, maximalen Nutzen aus ihren vernetzten Informationen zu ziehen. Zudem ließ Neo Technology verlautbaren, dass die Abfragesprache Cypher unter dem Namen openCypher ab sofort als quelloffenes Projekt weiterentwickelt wird.

Rund 2 Jahre werkelte Neo Technology an der neuen Version von Neo4j. Die Arbeit hat sich offenbar ausgezahlt: Philip Rathle (Vice President of Products bei Neo Technology) zufolge handelt es sich bei Version 2.3 um das bislang schnellste und skalierbarste Release der Graphdatenbank. Die neuen Features sollen dabei sowohl die Bedürfnisse von Großunternehmen erfüllen als auch das Feedback aus der Community widerspiegeln.

Schlüsselfunktionen von Neo4j 2.3

Um analytische Transaktionen in Echtzeit ausführen zu können, sind intelligente und schnelle Lösungen vonnöten. In diesem Zusammenhang soll Neo4j 2.3 neben einer höheren Scale-up-Fähigkeit für extrem große, über JVM-Beschränkungen hinausgehende Graphen auch schnellere Funktionen zur Text- und Wertebereichssuche bieten. Zudem soll die Abfragesprache Cypher, die ab sofort quelloffen ist (siehe unten), durch intelligentere Abfrageplanung eine verbesserte Performance liefern.

Des Weiteren soll eine erweiterte Schemadefinition, die auf dem existierenden Schema-/Metamodell von benannten Beziehungen zwischen Knoten (Neo4j version 1.x) und Labels für die Abbildung von Rollen für Entitäten und Eindeutigkeitsgarantien (Neo4j version 2.0) aufbaut, für eine höhere Datenqualität, Regulierung und Datenintegration, sowie bessere Möglichkeiten zur Zusammenarbeit von Entwicklungsteams über Anwendungsgrenzen hinweg sorgen. Zu den neuen Entwicklertools zählen u. a. neue Treiber und Integrationen (insbesondere Spring Data Neo4j 4.0 und Neo4j Object Graph Mapper) sowie neue Optionen im Neo4j-Browser.

Last but not least soll es für IT-Verantwortliche in Zukunft leichter sein, Neo4j sowohl On-Premise als auch in der Cloud zu nutzen. DevOps-Teams sollen so schon nach kurzer Einarbeitungszeit in die Lage versetzt werden, Projekte schneller durchzuführen und diese einfach in bestehende Architekturen zu integrieren. Zu den neuen Features zählen die offizielle Unterstützung von Docker, die Unterstützung von Windows PowerShell, eine verbesserte Monitoring-Integration durch Neo4j-Metriken, sowie schnellere Backups, Updates und der Massenimport von Daten.

openCypher

Zeitgleich zum Release von Neo4j 2.3 gab Neo Technology bekannt, dass die Abfragesprache Cypher ab sofort als quelloffenes Projekt weiterentwickelt wird. Ähnlich wie SQL für relationale Datenbanken soll openCypher, das u. a. auch von Oracle, Databricks, Tableau und ThoughtWorks unterstützt wird, die Verbreitung graphbasierter Analysen und Datenverarbeitung weltweit beschleunigen. Als universelle Abfragesprache soll es das Projekt Entwicklern über jede Speicher-, Analyse- oder Werkzeugplattform hinweg ermöglichen, die Graph-Technologie zu nutzen.

Neben einer einfacheren Implementierung und Integration von Cypher in Werkzeuge und Plattformen sind auch eine Cypher-Sprachspezifikation unter der Creative Commons-Lizenz, eine Referenzimplementierung unter der Apache 2.0-Lizenz, ein Technologie-Kompatibilitäts-Kit (TCK) sowie eine Referenzdokumentation für die verschiedenen Releases von Cypher geplant.

All dies kommt nicht von ungefähr: Einer aktuellen Forrester-Studie zufolge wird die Nachfrage nach Graphdatenbanken weiter steigen: So werden im Jahr 2017 voraussichtlich mehr als 25 % der Unternehmen die Technologie nutzen. Bereits heute nutzen zahlreiche Unternehmen, die sich auf der Liste Forbes Global 2000 wiederfinden, Neo4j, darunter Adidas, Walmart, eBay, Cisco Systems und UBS Financial Services.

Aufmacherbild: Network von Shutterstock.com / Urheberrecht: Rachael Arnott

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Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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Harald Wellmann
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Cypher war auch bisher schon quelloffen als Teil von Neo4j:
https://github.com/neo4j/neo4j/tree/2.3/community/cypher