Wohin steuert das Webframework?

Grails 3.0.0 veröffentlicht – Das Ende einer Ära

Michael Thomas

Grails Logo (Quelle: grails.org)

Das Entwicklerteam dürfte dem Release von Grails 3.0.0 mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegensehen haben. Denn die neue Hauptversion des quelloffenen Webframeworks stellt gleich in zweierlei Hinsicht eine Zäsur dar.

Das Gute…

So wurde erstens Grails 3.0.0 von Grund auf neu geschrieben: Als Build-System nutzt das Framework in Zukunft Gradle; außerdem kommen Spring sowie Spring Boot zum Einsatz. Neu an Bord sind ebenfalls die so genannten Application Profiles, also Anwendungsprofile mit unterschiedlichen, vorab definierten Konfigurationen und Abhängigkeiten. Außerdem wurde die Core-API einem Redesign unterzogen. Dabei kamen wiederverwendbare Komponenten namens Traits zum Einsatz, die seit Version 2.3 Teil von Groovy sind. Auch die Entwicklungsumgebung und die Testfunktionalität wurden erweitert. Dank der Gradle-Integration lässt sich ein Grails-Projekt ab der neuen Version mithilfe von IntelliJ oder dem Gradle-Tooling der Groovy/Grails Tool Suite importieren. Zudem sind funktionale Tests mit Spock bzw. Geb möglich.

…und das Schlechte

Zweitens ist die Zukunft des Projekts von nun an ungewiss: Wie angekündigt, wird sich Pivotal mit dem Release von Grails 3.0.0 aus der Finanzierung des Web-Framworks zurückziehen. Die Programmier- und Skriptsprache Groovy ereilte zwar dasselbe Schicksal, diese konnte im Gegensatz zu zu Grails jedoch bereits ein neues Zuhause unter dem Dach der Apache Software Foundation (ASF) finden. Wie Projektleiter Graeme Rocher auf seinem Blog verriet, sieht die langfristige Planung für Grails eine ähnliche Lösung vor, Gespräche mit den in Frage kommenden Stiftungen stehen allerdings noch aus. Offenbar steht das Team zur Zeit jedoch in Verhandlungen mit verschiedenen Unternehmen, um die mittelfristige Finanzierung sicherzustellen. Insgesamt gibt sich Rocher optimistisch: Wie er im Interview mit JAXenter verlauten ließ, soll die Entwicklung von Grails ungeachtet der Mittel weiter voranschreiten.

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Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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