Mehr Power für Build-Prozesse

Bei Gradle 3.0 liegt der Fokus auf der Performance

Melanie Feldmann

Shutterstock.com / Galyna Andrushko

Gradle erarbeitet sich bei den Build-Tools langsam eine ansehnliche Reputation, welche die Entwickler mit Gradle 3.0 weiter ausbauen möchten. Dazu haben sie vor allem die Performance der Build-Prozesse verbessert. Außerdem betonen sie erneut, dass für sie Kotlin die Zukunft der Build-Skripte ist.

Der Schlüssel für die Performance von Gradle ist der Gradle Daemon. Er macht Builds bis zu 75 Prozent schneller. In den bisherigen Versionen musste er jedoch extra aktiviert werden. Ab Version 3.0 läuft er jetzt standardmäßig. Auch die meisten bekannten Schwierigkeiten des Daemons auf Windows-Systemen haben die Entwickler in den Griff bekommen. Zusätzlich ist der Daemon nun in der Lage seinen eigenen Gesundheitszustand zu erkennen und dessen Einfluss auf das System. Er kann selbst-heilende Maßnahmen einleiten und auch die Status-Reports sind aussagekräftiger. Mit dem Kommando --status lassen sich jetzt Statusinformationen für laufende und gerade gestoppten Daemons anzeigen. Die Informationen über den Gradle Daemon sind auch im Build Scan zusammengefasst zu finden und lassen sich im Gradle Cloud Service anzeigen. Einen genaueren Blick auf den Daemon und unter seine Haube wirft dieser Blogpost zum M1 von Gradle 3.0. Um Anwender dabei zu unterstützen die Performance ihrer Builds zu verbessern, haben die Gradle-Entwickler einen Performance Guide zusammengestellt. Die Maßnahmen sollen angeblich schneller umzusetzen sein als Mittag zu essen.

Im Juni hielt CEO und Gründer von Gradle Hans Dockter einen Vorschau-Vortrag beim Bay Area Gradle Users Meetup und erläuterte Themen wie den Daemon, Composite Builds und Performance.

Gradle liebt Kotlin

Die Version 3.0 bringt jetzt auch die offizielle Unterstützung für Gradle Script Kotlin, eine Kotlin-basierte Build-Sprache für Gradle-Skripte. Durch die Integration in die IDEs Eclipse und IntelliJ IDEA sind bei den Build-Skripten so typische Funktionen wie Autovervollständigung, Refactoring oder Navigation zur Source möglich. Groovy bleibe weiterhin die primäre Sprache für Gradle-Build-Skripte, bekräftigen die Entwickler. Sie arbeiten aber hart daran Gradle Script Kotlin bis Ende des Jahres bereit für die Produktion zu machen.

Lesen Sie auch: Gradles neue Lieblingssprache: Kotlin

Gradle und Java(9)

Außerdem unterstützt Gradle jetzt die aktuellen Java 9 EAP Builds. Anwender können auch Test laufen lassen, die diese frühen Versionen von JDK 9 nutzen. Hier gibt es aber noch ein paar Einschränkungen. Bei kontinuierlichen Builds mit Java 9 kommt es auf MAC OS X dazu, dass Gradle alle zehn Sekunden nach Dateiveränderungen fragt und nicht alle zwei. Auf Windows-Systemen erkennen kontinuierliche Builds Änderungen sehr großen Projekten oft nur langsam. Bei S3-basierten Maven und Ivy Repositories ist es nötig -addmods java.xml.bind zu den JVM-Parametern hinzuzufügen. Als Mindestanforderung braucht Gradle jetzt Java 7, für das Kompilieren von Projekten und für Test wird Java 6 immer noch unterstützt.

Die kompletten Release Notes finden sich hier.

Geschrieben von
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
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