Schnell, schneller, GraalVM

GraalVM 19.1: Schnellerer Compiler und Details zur Versionierung

Dominik Mohilo

© Shutterstock / Peyker

Nicht ganz zwei Monate nach der ersten produktionsreifen Veröffentlichung der GraalVM (Version 19) folgt mit GraalVM 19.1 das erste größere Update. Neben einigen neuen Features und einem Performance-Boost wurden weitere Informationen dazu bekannt, wie die virtuelle Maschine versioniert werden soll.

GraalVM ist Oracles Antwort auf die sich ständig verändernde Landschaft der Software-Entwicklung. Seit Version 19 ist die virtuellen Maschine für polyglotte Anwendungen produktionsreif und kann in Projekten bedenkenlos eingesetzt werden. Mit dem aktuell erschienenen Minor-Update wurde noch einmal die Performance beim Kompilieren verbessert.

GraalVM 19.1: Das ist neu

Technisches

Thomas Wuerthinger, Projektleiter der GraalVM, schreibt es im Blog-Beitrag zum GraalVM 19.1 Release sehr deutlich: Die wichtigste Herausforderung von Just-in-Time-Kompilierungssystemen ist das Bedürfnis, die Kompilierung möglichst schnell durchzuführen. Um dem gerecht zu werden, wird bei der virtuellen Maschine zum einen nun auf profilgetriebene Optimierungen (profile-guided optimization, auch: PGO) beim Erstellen der nativen Images für den Compiler gesetzt. Zum anderen wurden die Heuristiken überarbeitet, sodass sie weniger Rechenkapaziät benötigen. Laut Wuerthinger soll dies zuweilen die doppelte Kompiliergeschwindigkeit ermöglichen.

Im JavaScript-Bereich kann Code ab sofort via ContextPolicy.SHARED auch über Threads hinweg geteilt werden, die Ruby-Implementierung der GraalVM wurde so überarbeitet, dass sämtliche interaktive Quellen das gleiche Binding haben. In Sachen Python wurde hingegen auf die Standardbibliothek 3.7.3 aktualisiert und die Module pwd.getpwuid, os.exec, os.execv und os.exec1 werden nun unterstützt.

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Versionierung

Wie bereits im Zuge des vorherigen Updates angekündigt, werden die Major-Releases einmal jährlich mit entsprechender Versionsnummer veröffentlicht werden: GraalVM 19 im Jahr 2019, GraalVM 20 im kommenden Jahr usw. Darüber hinaus hält man daran fest, Minor Releases (GraalVM 19.1, 19.2 etc.) im Turnus von drei Monaten veröffentlichen zu wollen. In diesen sollen dann Updates zu jenen Plattformen enthalten sein, auf denen die virtuelle Maschine basiert. Namentlich sind dies das OpenJDK, Node.js, LLVM, Ruby, R und Python.

Diese Releases werden voraussichtlich direkt vom Master Branch erstellt und sollen immer die neuesten Entwicklungen enthalten. Größere Änderungen sollen dabei mit einem Flag ausgestattet sein, der auf den experimentellen Status hinweist. Von den Beta-Releases ist hingegen keine Rede mehr. Stattdessen sollen Bugfix-Updates veröffentlicht werden, die das Schema GraalVM 19.x.x haben.

Interessant ist, dass die letzten Releases des Jahrs (also etwa GraalVM 19.3) Longer Term Support erhalten sollen. Damit ist gemeint, dass diese Versionen auch nach dem Release eines neuen Majors (im Beispiel also nach dem Veröffentlichen von GraalVM 20) noch Updates bekommen sollen.

Um der Übersichtlichkeit Genüge zu tun, wird aktuell an einem Release-Kalender gearbeitet, der die Nutzer darüber informieren soll, wann welche Updates herauskommen und wie lange sie unterstützt werden bzw. Aktualisierungen erhalten.

Weitere Informationen zu GraalVM 19.1 gibt es im Blog-Beitrag von Thomas Wuerthinger und in den Release Notes. Herunterladen kann man die virtuelle Maschine auf der offiziellen Homepage des Projekts.

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Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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