Googles geheime Web-IDE Collide wird Open Source

Hartmut Schlosser

Google hat die Arbeiten an einer kollaborativen, Web-basierten Entwicklungsumgebung Open Source zur Verfügung gestellt. In Entwicklung war die „Collide“ genannte IDE am Google-Standort Atlanta, der in diesem Monat geschlossen wurde.

Collide-Mitentwickler Scott Blum berichtet auf Google+, dass mit der Standortschließung auch die Arbeiten an der IDE eingestellt wurden. Es sei indes gelungen, Teile des Projektes herauszulösen und als neues Open-Source-Projekt auf Google-Code zu hosten.

Nun unter der Apache-2.0-Lizenz verfügbar, stellt Collide einen Web-basierten, kollaborativen Code-Editor bereit, der momentan als „Open-Source collaborative IDE demonstration“ bezeichnet wird. Stilistisch erinnert das Ganze an Wave, was kein Wunder ist, da Collide Bestandteile des Wave-Quellcodes enthält.

Benötigt wird Java 7 und Ant 1.8.4+, die Liste der eingesetzten Open-Source-Projekte enthält eine beeindruckende Sammlung erlesener Frameworks und Libraries: vert.x, Ant-Contrib, CodeMirror2, EasyMock, Gson, Guava, Google Web Toolkit, GWT Elemental, JGit, JUnit und Wave.

Bei Collide handelt es sich wohlgemerkt um eine abgebrochene Arbeit, wichtige Elemente wie Auth, SSL Support oder User Account Management fehlen. Scott Blum verleiht zumindest seiner Hoffnung Ausdruck, dass die IDE langfristig als Katalysator dienen wird, Web-basierte IDEs zu verbessern. Er spricht von einem ganzen zurückliegenden Jahr der Entwicklung an Collide, auch die Google-Code-Seite zeigt zahlreiche Google-Entwickler als Mitglieder.

Berichten zufolge ist die Schließung des Atlanta-Büros dem Weggang von Bruce Johnson geschuldet, der maßgeblich an der Entwicklung des Google Web Toolkit beteiligt war (auch für GWT hat Google die Verantwortung jüngst abgegeben und ein unabhängiges Steering Committee gegründet). Offiziell wird die Arbeit an Collide anscheinend nicht fortgeführt. Dennoch ist es nicht auszuschließen, dass sich Collide-affine Google-Entwickler und andere Community-Mitlgieder in ihrer Freizeit dem Projekt annehmen werden.

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Hartmut Schlosser
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