Google stellt Play Services vor: Android-Fragmentierung beendet?

Eric Herrmann

Schon früh zeichnete sich ab, dass die Vielzahl der Android-Versionen Entwicklern Probleme bereitet. Sowohl Gerätehersteller als auch Netzbetreiber stellten sich in den Weg, wenn Google neue Versionen des Betriebssystems veröffentlicht hatte. Samsung und Co. wollten ihre Skins und Software aufspielen, T-Mobile und Co. ihre Brandings. Dies verzögerte das Update des Mobile-Betriebssystems mitunter in die Ewigkeit, wenn das jeweilige Gerät nicht sehr verbreitet war. Die Fragmentierung der Android-Versionen nahm ihren Lauf.

App-Entwickler hatten zu kämpfen mit den stetigen Verschiebungen im Marktanteil der verwendeten Versionen. Ständig musste abgewogen werden, welche Zielgruppe oder welche Features man aufgibt. Doch das soll dank der auf der Google I/O vorgestellten Abstraktionsschicht Google Play Services ein Ende haben. Egal ob Andorid 2.2 oder 4.2.2: Alle Android-Geräte werden dank der Shim mit den grundlegenden Synchronisierungsfeatures jüngerer Updates nachgerüstet und auch künftig in stillen Updates auf dem aktuellen Stand gehalten. Aktuell könne man auf diese Weise 98,7 Prozent der Geräte bedienen, wie aus den Play-Store-Statistiken hervorgehen soll. Die Closed-Source-Entwicklung der Services soll hierbei verhindern, dass Gerätehersteller oder Provider erneut Steine in den Weg legen. 

Über die Schnittstellen lassen sich auf einheitliche Weise Google-Dienste nutzen, die über OAuth2 autorisiert werden. Anschließend gewährt die Schnittstelle Zugriff auf Kontoeinstellungen, Maps, Games, Malware Scanner, In-App-Billing, Synchronisierung, Photo-Sharing, Photosphere, Location, Wipe, Nachrichten. Eine genaue Beschreibung, Infos zur Einrichtung der Eclipse-Umgebung und eine API-Referenz der Google Play Services entnehmen Sie der offiziellen Dokumentation. Es empfiehlt sich auch, den entsprechenden Ausschnitt der Google I/O anzusehen.

Googles Entscheidung, der Fragmentierung mit einem monolithischen, geschlossenen Framework Einhalt zu gebieten, stößt bei manchen Entwicklern auf eingeschränkte Begeisterung. Die Speakerin für Sicherheitsthemen Melissa Elliott löste mit ihrem Tweet eine der größten Debatten darüber aus:

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Eric Herrmann
Eric Herrmann
Eric Herrmann war von 2012 bis 2013 als Redakteur bei Software & Support Media tätig. Sein Themenschwerpunkt liegt bei Webtechnologien, insbesondere PHP und JavaScript. Vor seiner Zeit als Online-Redakteur hat er Wissenschaftsjournalismus (B. A.) an der Hochschule Darmstadt studiert.
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