Google stellt neue IDE Android Studio vor

Hartmut Schlosser

Google hat auf der derzeit laufenden Hauskonferenz Google I/O eine neue Entwicklungsumgebung für Android vorgestellt. Android Studio heißt die IDE für die Android-App-Entwicklung, die auf der bekannten Lösung IntelliJ IDEA basiert – genauer auf deren freien Community Edition. Glaubt man den Präsentatoren der Google I/O, liegt im Android Studio eine, wenn nicht die neue Standard-Umgebung für Android vor. Bisher lief die Android-Entwicklung bekanntlich vor allem in Eclipse ab.

Android Studio soll den Entwicklungsprozess beschleunigen, u.a. durch ein sogenanntes „Live Layout“, das die App noch während des Editierens in Echtzeit rendert. Verschiedene Layouts und Screen-Größen stehen bereits standardmäßig zur Verfügung.

Android Studio

Der Star der IDE ist der Code-Editor, der mit innovativen Neuerungen aufwartet. Hier werden etwa Strings so präsentiert, als wären sie hart kodiert – der Quellcode wird dadurch besser lesbar. Durch die eingebaute statische Codeanalyse warnt die IDE intelligent vor Fehlern und potenziellen Fehlerquellen. Dafür wurden den Android APIs Annotationen und Metadaten hinzugefügt, die verschiedene Verhaltensmuster aufzeichnen, etwa welche Methoden Null als Rückgabewert erlauben, welche Konstanten für welche Methoden möglich sind, etc. Davon profitiert auch die Codecompletion, die im Vergleich zur bisherigen Eclipse-Variante bessere Vorschläge unterbreitet.

IntelliJ-User loben üblicherweise die fortgeschrittenen Code Refactorings. Auch Android Studio hat einige davon an Bord. Zum Einsatz kommt ein neues Build-System, das interessanterweise auf Gradle basiert. Garantiert wird dadurch „Flexibilität, Anpassbarkeit an die eigenen Bedürfnisse und Dependency Resolution“ im Build-Prozess.

Einen Einblick in das neue Android Studio bietet Tor Norbye von Google in folgendem Video.

Android Studio ist in Zusammenarbeit von Google und JetBrains entstanden und kann kostenfrei genutzt werden. Das Download Bundle enthält die IDE, die SDK Tools und die aktuelle Android Platform. Noch ist die IDE im Zustand einer „Early Access Preview“, es wird daher davon abgeraten, jetzt schon produktive Apps auf das neue Tooling zu migrieren. Hier kann man getrost noch auf Eclipse bauen, denn auch Eclipse wird weiterhin als „primary platform for development“ unterstützt, heißt es auf dem Entwicklerblog. Ob Google zukünftig allerdings beide Entwicklungsplattformen – die Eclipse- und die IntelliJ-basierte – mit gleichem Eifer weiterpflegen wird, darf bezweifelt werden. 
 

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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