Google startet 50-Millionen-Dollar-Kampagne für mehr Frauen in der IT

Redaktion JAXenter
Screenshot aus Image-Video: madewithcode.com

In der IT sind Frauen noch immer die Minderheit, in einigen Branchen wie der Systemadministration sogar eine verschwindend geringe. Wie also begeistert man mehr Frauen fürs Programmieren? Muss erst eine feministische Programmiersprache erfunden werden? Können Regierungsprogramme wie TechWomen Anreize schaffen? Oder sollte man die Hände in den Schoß legen und sich einfach damit abfinden, dass Frauen keine Entwicklerinnen werden wollen?

Immerhin ist ein klarer Aufwärtstrend erkennbar: In Deutschland allein verdoppelte sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes die Zahl der Studienanfängerinnen im Fach Informatik zwischen 2006 und 2012. Die „Gender Gap“ ist damit allerdings noch lange nicht geschlossen: Wie die Studie trendence Graduate Barometer 2013 ergab, lag der Anteil weiblicher IT-Studierender im vergangenen Jahr noch immer bei gerade einmal 20 Prozent.

Auch bei Google ist man vom Ideal „Fifty-Fifty“ weit entfernt. Der „Diversity Report„, den der Konzern erst kürzlich veröffentlichte, zeigte ein Geschlechterverhältnis von 70 Prozent männlichen und 30 Prozent weiblichen Mitarbeitern. Daraus zieht der Suchmaschinenriese nun die Konsequenz: Mit der vergangenen Donnerstag gestarteten Kampagne „Made with Codemöchte Google nun mehr Mädchen und jungen Frauen ein Informatik-Studium schmackhaft machen. 50 Millionen Dollar ist dem Suchmaschinenriesen dieses Anliegen wert.

Bewährte Tools für den Einstieg

Spielerische Beispiele zum Einstieg stehen auf der Website unter „Resources“ bereit. Dort lassen sich etwa die Buchstaben des eigenen Namens animieren – und zwar mit der IT-pädagogischen Software Scratch, die das Massachusetts Institute of Technology erst neulich als Open Source veröffentlichte. Auch elektronische Grußkarten oder Plakate können dort mit Scratch erstellt werden. Mozilla Webmaker assistiert den Mädchen bei Generierung von Memen.

Mithilfe zusätzlicher Materialien können Fortgeschrittene dann erste Do-It-Yourself-Projekte aus dem Buch „Sew Electric“ umsetzen – das Internet der Dinge erweist sich auch hier als ideales Spielfeld für Codier-Neulinge. Auch Anleitungen zur ersten Smartphone-App mit App Inventor (ebenfalls einer MIT-Technologie) oder zur eigenen Website stehen bereit.

Als Mentoren und Vorbilder für „Made with Code“ stehen erfolgreiche und zweifelsohne inspirierende Programmiererinnen wie Miral Kotb (iLuminate), Danielle Feinber (Pixar) oder Erica Kochi (UNICEF Innovation) Pate bzw. Patin. 

Vielfalt, Visionen, Weltbewegendes

Google führt bewährte Tools für die ersten ungezwungenen Gehversuche im Programmierumfeld in ansprechendem Web-Design zusammen – und das ganz ohne altbackene Geschlechter-Klischees zu bedienen. Das allein ist schon ein Geniestreich, wenn man bedenkt, wie schnell sich eine Diskussion um Technologie mit weiblicher Zielgruppe, wie das „ePad Femme“ im vergangenen Jahr, aufheizen kann.

In der Farbgebung des Image-Videos setzt man auf bunt statt pink, in den darin gezeigten Anwendungsfällen und Beispielen auf Vielfalt, Visionen und Weltbewegendes statt auf vermeintlich weibliche Hobbys aus dem persönlichen Alltag und Umfeld. Marc Andressens Bonmot „Software is eating the world“ wird veranschaulicht in bewegten und bewegenden Bildern, die über die junge weibliche Zielgruppe hinaus zahlreiche Eltern, Pädagogen und Technologen und zweifelsohne auch den männlichen Programmiernachwuchs zum Mitmachen animieren dürften. 

 

Aufmacherbild: Screenshot aus dem Imagevideo von Google, www.madewithcode.com. Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=Bo11JJgj1cU#t=24

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