Was kann das Entwickler-Projekt "Tango"?

Projekt Tango: Google bringt Virtual-Reality-Tablet nach Deutschland

Kypriani Sinaris

©Shutterstock/Alexandru Nika

Google hat angekündigt, dass das Entwickler-Tablet „Tango“ auf den deutschen Markt kommt. Grund genug, sich dieses mal genauer anzusehen. Welche Möglichkeiten bietet es ab dem 26. August für Entwickler in Deutschland, aber auch Dänemark, Frankreich und anderen europäischen Ländern?

Die Hauptfunktion des Projekts Tango ist die Navigation. Durch spezielle visuelle Sensoren und visueller Bildverarbeitung soll es somit vor allem für Applikationen aus dem Virtual-Reality-Segment, als auch für sehbehinderte Menschen interessant sein. Über sensorische Messungen soll das Gerät verstehen, wo es sich in einem Raum befindet und die Bewegung tracken. Sogenannte Tiefensensoren können außerdem Formen in der Umgebung ermitteln. Laut Hersteller wird mithilfe von strukturiertem Licht eine Punktwolke der Umgebung erstellt, um Tiefe auf dem Tango-Tablet abzubilden. Anhand von visuellen Signalen soll Tango außerdem in der Lage sein, Orte wiederzuerkennen und Fehler bei der Navigation, welche durch solche visuellen Reize deutlich werden, korrigieren.

Technische Fakten

Der Prototyp des Projekt Tango ist ein 7 Zoll Android Tablet, welches mithilfe der genannten Funktionen eine virtuelle Abbildung der physischen Umgebung abbilden kann. Es verfügt über zwei Kameras und Infrarot-Sensoren. Außerdem ist es mit einem NIVIDIA Tegra K1-Prozessor mit 4 GB RAM und 128 GB Speicher ausgestattet.

Über den Google Store kann das Project Tango Tablet Development Kit ab dem 26. August auch in Deutschland erworben werden. Damit gibt Google Entwicklern die Werkzeuge in die Hand, um eine Applikation zu entwickeln und zu testen.

Was hat Tango, was die Realität nicht hat?

Gizmodo präsentiert einen ausführlichen Bericht zu dem Google Tablet. Aufgesetzt auf ein Headset und damit visuell isoliert von der Realität, hat Mario Aguilar das Tablet getestet. Dieses verspricht eben nicht nur für sehbehinderte Menschen eine Erleichterung, sondern auch Spiele sollen mithilfe der Umgebungssensoren noch besser in einem physischen Raum abbildbar sein. So existiert mit Zombie Gunship Reality bereits ein Zombie-Shooter der ganz besonderen Art, der sich den physisch zur Verfügung stehenden Raum zu Nutze macht. Auch andere Themengebiete, wie beispielsweise die Inneneinrichtung einer Wohnung, werde mit dem Projekt Tango vereinfacht. Und so ruft Google Entwickler dazu auf, kreative neue Apps zu entwickeln, die räumliche Realität mithilfe Ihrer Idee modifizieren können: Ein eigens für das Projekt vorgestellter Contest soll Entwickler motivieren, ihre Ideen einzureichen. Die erste Runde ist bereits abgeschlossen, zu den Gewinnern gehören Apps aus den Bereichen „Utility“, „Entertainment“ und „Augmented and Virtual Reality“.

Es wird wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis die Industrie hellhörig wird und Möbelhäuser, Spielehersteller und Co. weitere Apps vorstellen.

Aufmacherbild: Color shot of a young woman looking through a cardboard von Shutterstock / Urheberrecht: Alexandru Nika

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Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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