Google+ powered by Java

Claudia Fröhling

Google hat vor wenigen Wochen seine eigene Social-Networking-Plattform Google+ an den Start gebracht. Innerhalb kürzester Zeit füllte sich das Netzwerk mit Early Adopters, händeringend suchte man im Netz nach einem begehrten Invite. Inzwischen tummeln sich nach Aussage des Google Co-Founders Larry Page bereits 10 Millionen User auf Google+. Wie developerFusion berichtet, ist Google+ auf der Serverseite „powered by Java“ – bei Googles Java-Portfolio nicht weiter verwunderlich.

Google Wave Legacy

So ist viel Know-How in Form von Open-Source-Bibliotheken aus der Entwicklung von Google Wave in das Social Network geflossen. Die Kommunikationsplattform Wave war 2009 aus der Taufe gehoben worden, nach dem anfänglichen Hype blieb die gewünschte User-Adaption aber aus. Deshalb stellte Google das Projekt im August 2010 ein und übergab große Teile des Quellcodes an die Community. Inzwischen ist Wave ein Incubator-Projekt der Apache Software Foundation.

Wave setzt – wie sein älterer Bruder Google Talk – auf einem offenen und erweiterbaren Protokoll auf, das aus der Jabber-Community hervorgegangen ist: XMPP, im Klartext: „Extensible Messaging and Presence Protocol“. In Bezug auf alle technischen Hintergründe von Google Wave ist Bernd Fondermanns Artikel „Woge der Innovation“ immer noch sehr lesenswert.

Guice und GWT

In Wave und damit in Google+ steckt jede Menge Java. Da ist zum einen Guice, das Dependency Injection Framework, das eine Implementierung des JSR-330 (Dependency Injection for Java) liefert. Apache Maven setzt beispielsweise seit Version 3 auf Guice anstelle von Plexus.

Und dann ist da natürlich das Google Web Toolkit, das hauseigene Framework, mit dem sich JavaScript-Webanwendungen erstellen lassen. Die Webanwendung wird in Java geschrieben, der Quelltext dann nach JavaScript übersetzt. Bestehende Java-Werkzeuge sollen eingesetzt werden, um ohne Einschränkungen Ajax-Anwendungen auf beliebigen Browsern zu entwickeln.

Und auf dem Client?

Last but not least und nicht unbedingt „Java related“ geht Google Client-seitig natürlich mit dem Trend: Google+ nutzt unter anderem das HTML5 History API und Closure Tools. Letztere enthalten ein Templating-System sowohl für JavaScript als auch für Java.

Abwarten und Limonade trinken

Die Wahl der Technologien hinter Google+ ist keine Überraschung, sondern liegt nahe, betrachtet man das umfangreiche Java-Portfolio des Unternehmens. Jetzt bleibt abzuwarten, wie sich die Social Platform jenseits des ersten Hypes weiterentwickelt: Wave sah damals einen ähnlichen Hype, der aber nach kurzer Zeit abebbte. Spannend bleibt, welche Herausforderungen auf die Google-Entwickler warten, wenn Google+ User- und Feature-technisch wächst. Dabei steht das Unternehmen unter fachmännischer Beobachtung, denn die Java Geeks und Technik-Affinen dieser Welt tummeln sich seit dem Start bereits alle auf Google+.

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Claudia Fröhling
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