Google I/O: Vorhang auf für Android 4.1 Jelly Bean

Hartmut Schlosser

Gestern war es soweit: Google hat auf der Eröffnungs-Keynote der alljährigen Google I/O Entwicklerkonferenz ein eigenes Tablet namens Nexus 7, die neue Android-Version 4.1 alias Jelly Bean, den Media-Player Nexus Q und die Google-Brille präsentiert. Hierzulande dürfen wir uns aber vorerst nur auf Android 4.1 freuen, denn die gesamte neue Hardware wird es bis auf unbestimmte Zeit nur auf dem englischsprachigen Markt, in den USA, Kanada, Australien und Großbritannien, geben.

Bevor es mit der Präsentation losging, gab es zunächst aktuelle Zahlen zum Erfolg der Android-Plattform: So sollen inzwischen jeden Tag eine Million neuer Android-Geräte aktiviert werden, was in Summe 400 Millionen Android-Devices weltweit bedeutet.

Android 4.1 Jelly Bean

Auf Googles I/O wurde die neuste Version des mobilen Betriebssystems Android enthüllt. Ursprünglich als Major Update geplant, kommt die Version 4.1 Jelly Bean mit einigen Verbesserungen daher, die vor allem für eine schnellere und flüssigere Bedienung sorgen sollen.

So soll beispielswiese „Project Butter“ für eine „butterweiche“ und eben deutlich schnellere Android-Experience sorgen, was durch eine 60fps Framerate sowie Vsync und Trible Buffering umgesetzt wurde. Außerdem können Developer mittels des neuen systrace-Werkzeugs im Jelly Bean SDK die Rendering Engine steuern.

Durch die Fokussierung auf bessere Zugänglichkeit wurden sowohl die Texteingabe als auch die Spracheingabe optimiert. Zudem wurde der Support für Braille-Geräte und ein Gesten-Modus für blinde Benutzer eingeführt. Auch die Kamera-App wurde aktualisiert und macht eine performantere Sichtung (und Löschung) von Fotos möglich.

Die Suche hat ebenfalls ein Facelift sowie Verbesserungen bei der Voice Search erhalten. So soll das Verfassen von Nachrichten per Sprachbefehl künftig auch dann funktionieren, wenn das Smartphone oder Tablet nicht online ist. Darüber hinaus nutzt die neue Sprachsuche fortan die Knowledge Graph Google-Suchmaschine, was zu einem „natürlicheren“ Suchablauf beitragen soll. Ergebnisse werden in kleinen Kacheln mit den wesentlichen Informationen angezeigt. Die Optimierungen bei den Systembenachrichtigungen erlauben ferner einen direkten Rückruf, ohne in eine weitere Anwendung zu springen.

Auch bei den Widgets gibt es Neues zu berichten. Sie sollen sich in Jelly Bean automatisch in ihrer Größe den Gegebenheiten der Homescreens anpassen, auf dem sie positioniert werden. Mangelt es an Platz, verkleinert sich das Widget automatisch.

Google Now

Das Jelly-Bean-Feature, das den größten Zuspruch fand, war Google Now. Android-Geräte erhalten in Zukunft Zugang zu Updates und Benachrichtigungen basierend auf Echtzeit-Daten und den eigenen Präferenzen. Damit soll der User „zur richtigen Zeit die richtigen Informationen erhalten“, beispielsweise Restaurantvorschläge am Mittag oder Verkehrsinformationen zur aktuellen Reiseroute. Verwendet werden dazu Kalenderdaten, das Suchprotokoll und andere Quellen. Als „epic“ bezeichnet Chris Velazco von TechCrunch das Feature.

Die Entwicklerversion von Jelly Bean ist ab sofort erhältlich, in den Genuss der Jelly Bean Experience kommen aber neben dem Nexus 7 voraussichtlich erst einmal nur die Smartphones Galaxy Nexus, Nexus S sowie das Motorola Xoom, und zwar Mitte im Juli. Ob und wann andere Geräte ein Update erhalten, bleibt abzuwarten.

Mehr Details zu Google Now hält das nachfolgende Video bereit:

Nexus 7

Mit dem Nexus 7 wurde das erste Tablet der Nexus-Reihe vorgestellt. Die Präsentation des von ASUS gefertigten 7-Zoll Tablets mit Android 4.1 alias Jelly Bean konnten Interessierte über den Live Stream verfolgen. Das Tablet hat eine Auflösung von 1.280 x 800 Pixeln und ist mit 1GB RAM sowie einem 1,3 GHz Quad-Core-Prozessor ausgestattet und wird in einer 8 GB und 16 GB Variante auf den Markt kommen. Die vor wenigen Tagen bei Gizmodo Australien aufgetauchten Spezifikationen und Bilder entsprechend damit den Tatsachen.

Herausragend kann man die Spezifikation nicht nennen, zumal auf eine rückseitige Kamera und UMTS/3G verzichtet wurde. Die Gründe dafür sind einfach: Google steigt mit dem Nexus 7 im Niedrigpreis-Segment ein. Mit 199 Dollar für die 8GB Variante und 249 Dollar für 32GB ist das Nexus 7 eine direkte Kampfansage an Amazon.

Eine ausführliche Beschreibung des Android-4.1-Tablets liefern die Kollegen von mobile360. Dort erfahren Sie auch mehr über die neuen Google Hardware-Gimmicks Nexus Q (Social Media Player in Kugelform) und die futuristische Google-Brille mit Smartphone-Funktionen.

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Hartmut Schlosser
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