Kleckern, nicht klotzen!

Die Google I/O 2015 im Überblick

Michael Thomas

© Shutterstock.com/Rawpixel

Google ist beständig auf der Suche nach potentiell gewinnbringenden Ideen jenseits seines Kern-Geschäftsfelds – der Suchmaschine bzw. anderen werbefinanzierten Dienstleistungen. In der Vergangenheit gehörten dazu bereits Abstecher in Gefilde, die der klassischen Science Fiction entsprungen sein könnten, beispielsweise Robotik, KI-Entwicklung oder selbstfahrende Autos.

Derart Prestigeträchtiges oder wirklich zukunftsweisendes hatte die diesjährige Google I/O zwar nicht in petto und dürfte deshalb den ein oder anderen, der sich den wirklich großen Wurf erhoffte, etwas enttäuscht zurückgelassen haben. Zumindest einige der Neuerungen sind jedoch nichtsdestotrotz interessant und könnten sich als äußerst nützliche Helferlein entpuppen wenn auch eher unter dem Motto „kleckern, nicht klotzen!“

Konstante Suche mit Now on Tap

Now on Tap, eine Weiterentwicklung des mit Android 4.1 eingeführten Suchassistenten Google Now, wird ein wichtiger Bestandteil von Android M werden. Die auf Wunsch ständig im Hintergrund laufende Funktion dient der kontextuellen Informationsverarbeitung: Laufende Apps und Dienste werden automatisch durchforstet, um die genutzten Inhalte automatisch mit sinnvollen Informationen zu verknüpfen. Ein häufig genanntes Beispiel: Hört man ein bestimmtes Lied, sucht Now on Tap nach Informationen zum Interpreten (bspw. andere Lieder, Alben, Live-Auftritte, biographische Informationen etc.). Eine Vorstellung der weiteren Features von Android M finden sie im entsprechenden JAXenter-Artikel.

Wider die Bilderflut: Google Photos

Wer kennt es nicht: Der mittlerweile äußerst üppige Speicherplatz auf Smartphones verführt geradezu zu hemmungslosem Herumgeknipse; selbst banalste Ereignisse („Yeah, Sandwich, lecker!“) werden digital verewigt. Doch die wenigsten Nutzer dürften sich wirklich ernsthaft mit der Verwaltung ihrer Schnappschüsse beschäftigen. Hier setzt Google Photos an: Der auch als App verfügbare Web-Dienst bietet kostenlosen, unbegrenzten Speicherplatz und erlaubt dank Synchronisation einen Geräteübergreifenden (egal ob Smartphone, Tablet oder klassischer Rechner) Zugriff auf sämtliche vorhandenen Bilder. Zur Sortierung nutzt der Dienst neben einer Monats- bzw. Jahresansicht auch Algorithmen, die die Bilder anhand von beispielsweise Personen oder Orten automatisch organisieren, was ein Auffinden über die Suche nach Schlagwörtern ermöglicht.

Cloud Test Lab für automatisierte App-Tests

Ob der unüberschaubaren Vielzahl an verfügbaren Android-Geräten kann das Testen einer App eine entmutigende Aufgabe darstellen. Um die eigene Anwendung auf Herz und Nieren zu prüfen, mussten Entwickler bislang entweder selbst über einen Fundus an physischen Geräten verfügen, oder auf entsprechende, kostenpflichtige Dienste von Drittanbietern zurückgreifen. Mit dem neuen Cloud-Dienst Cloud Test Lab soll Entwicklern zukünftig eine First-Party-Lösung zur Verfügung stehen, mit der Apps anhand der 20 verbreitetsten Android-Geräte kostenlos und automatisiert über die Google Play Developer Console getestet werden können. Offenbar ist auch eine kostenpflichtige Variante des Dienstes geplant, die deutlich mehr Geräte abdeckt.

Android Studio 1.3 unterstützt Native Development Kit

Ebenfalls für Entwickler interessant: Mit Version 1.3 wird Android Studio offenbar das Native Development Kit (NDK) unterstützen, wodurch die Erstellung von Android-Apps auf Grundlage von C/C++-Code möglich wird. Der NDK-Support soll dabei auf der IDE CLion basieren. Mit dieser hatte der Tool-Anbieter JetBrains erst Mitte April C und C++ seinem Portfolio unterstützter Sprachen hinzugefügt.

Noch nicht genug von der I/O? Lesen Sie auch unsere Artikel zu „Brillo„, Googles geplantem OS für das Internet der Dinge, Android Auto, einem OS für die Connected Cars der Zukunft, sowie zu den neuen Features von Android M.

Aufmacherbild: Business People Corporate Cityscape Seminar Conference Presentation Concept von Shutterstock.com / Urheberrecht: Rawpixel

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Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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