Framework für Remote Procedure Calls

Google veröffentlicht Open-Source-RPC-Framework: gRPC 1.0

Hartmut Schlosser

(c) Shutterstock / Profit_Image

Mit gRPC entwickelt Google ein quelloffenes Remote Procedure Call (RPC) Framework, mit dem sich diverse (Cloud-)Services zu einer Microservice-artigen Architektur verbinden lassen. Erschienen ist jetzt die erste Major-Version von gRPC, mit der das Projekt Produktionsreife vermeldet.

Wozu gRPC?

gRPC wird in Szenarien eingesetzt, in denen verteilte Systeme auf eine Vielzahl unterschiedlicher Services zurückgreifen, die ihrerseits wieder verschiedene Sprachen, Datenquellen oder Libraries nutzen können. In solchen lose gekoppelten Systemen soll gRPC helfen, Querschnittsaspekte wie Service Contracts, Monitoring, Authentifizierung, Autorisierung, Load Balancing oder Logging konsistent in der Gesamtarchitektur zu verankern.

Über einfach zu handhabende Procedure Calls soll gRPC das Verbinden, Steuern und Debuggen verteilter Systeme ermöglichen, indem es die komplexen Details vor dem Entwickler verbirgt, die üblicherweise mit Service Contracts, Datenserialisierung, Tracing, Netzwerk-Kommunikation und Zugangsberechtigungen in Zusammenhang stehen. gRPC integriert dafür das ebenfalls bei Google entwickelte RPC Framework Stubby, mit dem sich laut Google über 10 Milliarden Requests pro Sekunde abarbeiten lassen.

gRPC 1.0

Die Version 1.0 von gRPC markiert einen wichtigen Meilenstein, da das API laut Entwickler-Team als stabil anzusehen ist. gRPC 1.0 verfügt bereits über verschiedene Sprachen-Bindings, darunter Java, C++, Go, Node, Ruby, Python und C#. Über Objective-C und Android Java Libraries werden außerdem iOS- und Android-Projekte unterstützt, beispielsweise zur effizienten Verbindung von Mobile-Apps mit Backend-Services.

gRPC wurde bereits im März 2015 Open Source gestellt, im Oktober 2015 erreichte das Projekt den Beta-Status. Zuletzt hatte das Team vor allem an Performance und Stabilitätsbelangen gearbeitet. So weist der C-Kern von gRPC nun ein neues Fehlermelde-System auf. Die Installation der gRPC Runtime ist für die meisten Sprachen über eine einzige Anweisung möglich. Zudem wurde gRPC 1.0 mit einem neuen Performance-Dashboard ausgestattet, das wichtige Kennwerte wie Latenz und Durchsatz anzeigt.

Weiterführende Informationen zu gRPC 1.0 bietet Googles Release-Ankündigung. Das Projekt steht unter der BSD-Lizenz auf GitHub bereit.

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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