Google Dart feiert Geburtstag: Und präsentiert neues SDK

Hartmut Schlosser

Ziemlich genau ein Jahr nach der Ankündigung Googles, die neue Programmiersprache Dart zur „strukturierten Webprogrammierung“ einzuführen, steht jetzt das erste „offizielle“ Release des Dart SDK bereit.

Dart SDKs gab es zwar schon früher, jetzt zum Einjährigen präsentiert Google aber ein neues, homogenes Gesamtpaket. Das Geburtstagsgeschenk hat eine neue, schnellere Dart Virtual Machine spendiert bekommen, die sich rühmt, in einigen Benchmark-Tests schneller als die V8-Engine zu sein. Der neue Dart-to-JavaScript-Übersetzer generiert schnelles und kompaktes JavaScript. Mitgeliefert wird auch eine HTML Library, die Browser-übergreifend eingesetzt werden kann. Die Interoperabilität zwischen Dart- und JavaScript-Code soll durch eine eigene Bibliothek gewährleistet werden. Das Dart-Paket enthält zudem mit dem Dartium-Browser ein Chromium-Build mit nativem Dart-Support, den Package Manager Pub sowie eine Server-seitige I/O-Library.

Der aktuelle Stand der Dart-Sprachspezifikation kann unter http://www.dartlang.org eingesehen werden. In den letzten Wochen hat sich hier nichts wirklich Gravierendes mehr getan, sodass die Syntax als stabil angesehen werden darf. Mit Dart entwickelt wird im eigenen Standalone Dart-Editor (siehe nachfolgendes Video). Dart-Plug-ins gibt’s aber auch für die gängigen IDEs Eclipse, NetBeans und IntelliJ IDEA.

Wie Dart-Co-Erfinder Lars Bak auf dem Blog mitteilt, soll das Dart SDK nun in den kommenden Monaten weiter ausgestaltet werden. Zudem steht weiterhin Darts Robustheit und Performance auf dem Prüfstand – denn genau hier gilt es ja, JavaScript abzuhängen. Weiter verfeinert wird auch die Sprachspezifikation selbst – dies aber, und das ist wichtig zu hören, unter Einbehaltung der Abwärtskompatibilität.

Dart-Entwickler Seth Ladd hält dem selbsternannten JavaScript-Ersatz in unten stehendem Video sein Geburtstagsständchen. Und auch wir sagen: Herzlichen Glückwunsch Dart! Nach einem Jahr hast du wirklich gute Fortschritte gemacht, hast deine Syntax festgeklopft und dein Tooling ausgebaut. Im zweiten Jahr wird sich nun aber zeigen, ob du auch in puncto Akzeptanz und Verbreitung solche Fortschritte erzielen kannst.

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Hartmut Schlosser
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