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Ich bau mir mein Phone, widdewidde wie es mir gefällt

Google Ara: Modular ist das neue Schwarz

Kypriani Sinaris

©Shutterstock/ismagination

Smartphones sind mittlerweile eine ziemlich intime Angelegenheit – das behaupten die Macher des Projekts Ara. Und deswegen sollen Smartphone User auch selbst entscheiden können, wie ihr Smartphone aussieht und was es können soll. Mit diesem „modularen Gedanken“ sind sie nicht allein.

Das Projekt Ara kommt aus dem Hause Google. Es hat zum Ziel, ein modulares Hardware-Ökosystem aufzubauen, welches dem User alle benötigten Bausteine liefert, um sich ein Smartphone nach seinen ästhetischen und funktionalen Ansprüchen zusammenzustellen.

Auf den Endprodukten soll – natürlich – Android laufen, die Entwickler räumen aber ein, dass sich das Projekt noch in einem so frühen Stadium befindet, dass es Software-seitig noch keinen offiziellen Charakter hat.

Die Software-Bausteine

Immerhin gibt es aber bereits ein Module Developers Kit (MDK) für Projekt Ara. Das MDK bietet Entwicklern Referenzimplementierungen für die diversen Design Features; momentan kann Version 0.2 des MDK auf der Projektseite heruntergeladen werden. Außerdem arbeiten die Entwickler an APIs, die das Programmieren der Hardware-Blocks vereinfachen sollen.

Die Hardware-Bausteine

Projekt Ara bietet Spiral-2-Entwickler-Hardware basierend auf dem MDK 0.2 an. Grundlegender Baustein eines Ara-Smartphones ist das sogenannte Endoskelett, welches mit Hardware-Modulen aufgerüstet werden kann. Damit wählt der Kunde beispielsweise die Kamera, die er haben möchte, und muss eben nicht ein auf dem Markt befindliches Smartphone finden, welches seinen Anforderungen entspricht. Auch etwas ausgefallenere Ideen für Module könnten damit Realität werden, Entwickler müssen dazu entsprechende Idee beim Projekt einreichen.

Lesen Sie auch: Smartwatches: Wenn die Hardware der Software vorauseilt

Das muss aber nicht heißen, dass das Smartphone wie ein zusammengewürfelter Kasten aussieht, denn auch die Cover der einzelnen Module sind frei wählbar. Wie sieht also ein Projekt-Ara-Smartphone und die passenden Module aus? Und wie können Entwickler an dem Projekt mitarbeiten? Diese Fragen beantwortet das folgende Video:

Welche Vorteile bieten die Baukastengeräte?

Der „modulare“ Gedanke für Consumer-Geräte wie Smartphones ist nicht neu. Die Kickstarter-Smartwatch BLOCKS hat mit einem ähnlichen Konzept in kürzester Zeit ihr Finanzierungsziel erreicht. Auch die Smartphones des Projekts Phoneblocks und die Fairphones funktionieren ähnlich. Sie bestehen ebenfalls aus einer Hauptplatine und werden durch einzelne Module ergänzt.

Es gibt mehrere Argumente, die für modulare Geräte sprechen: Halten Sie die Kamera für nicht auflösend genug, dann tauschen Sie einfach das entsprechende Modul aus; gibt es mittlerweile viel leistungsstärkere Akkus, dann tauschen Sie einfach dieses Modul aus…

Ein Vorteil ist also die ständige Aktualisierbarkeit der Technik, denn die Hardware kann beim Entwicklungstempo neuer Technologien schnell hinterherhinken. Und so sollten austauschbare Module im optimalen Fall ein stets modernes Gerät gewährleisten oder zumindest eines, welches den persönlichen Ansprüchen gerecht wird. Außerdem ist einer der Kerngedanken der vorgestellten Projekte ein „grüner“: Das Austauschen eines Moduls erzeugt bei weitem weniger Elektroschrott, als das Austauschen eines ganzen Gerätes.

Aufmacherbild: hand stack up lego set as a wall on white background von Shutterstock / Urheberrecht: ismagination

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Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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