Google App Engine auf JBoss Servern: CapeDwarf 1.0.0 Beta 6

Hartmut Schlosser

Das CapeDwarf-Projekt hat die sechste Beta der Version 1.0.0 fertig gestellt.  Zur Erinnerung: CapeDwarf ist ein gemeinsames Projekt von Red Hat und Google, in dem eine Google-App-Engine-basierte Open-Source-Cloud entstehen soll. Hierfür werden die Google App Engine (GAE) APIs neu implementiert, sodass JBoss Application-Server-Systeme nahtlos angeschlossen werden können.

Die vorliegende Beta 6 bringt die Unterstützung für Module, GAE Endpoints und SQL. Außerdem wurde das Channel API neu implementiert und FileService durch das Google Cloud Storage (GCS) API ersetzt. Weitere Infos zur neuen Version können Sie auf dem Entwicklerblog nachlesen.

Das CapeDwarf-Projekt geht auf eine Idee des Red-Hat-Entwicklers Aleš Justin zurück, der die ersten Entwürfe Ende 2012 vorstellte. Mittlerweile sind bereits eine ganze Reihe von GAE APIs umgesetzt, vom Files API über das Memcache API bis hin zum Multitenancy API. Zum Einsatz kommen Red-Hat-Technologien wie Infinispan, JGroups, PicketLink und HornetQ. Ziel ist es, Implementierungen sämtlicher Google App Engine APIs bereit zu stellen, sodass sich Java-basierte GAE-Anwendungen ohne Code-Veränderungen auf privaten JBoss-Servern oder der RedHat Cloud-Lösung OpenShift betreiben lassen.

Angesichts der Verschiebung der Cloud-Spezifikationen von Java EE 7 auf Java EE 8 sehen manche CapeDwarf als lebende Alternative für den ungewissen Java-Cloud-Standard. So hatte etwa Gartner-Analyst Yefim Natis den Vorteil CapeDwarfs darin gesehen, dass hier keine theoretischen Design-Spezifikationen verhandelt werden, die erst Jahre später in eine reife Implementierung überführt würden, sondern etablierte Technologien miteinander verknüpft werden, die jeweils bereits eine breite Anwenderschaft mitbringen.

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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