Explizit über Implizit

Golo 3.1.0 erschienen: JVM-Sprache wird vollwertiges Eclipse-Foundation-Projekt

Michael Thomas

© Shutterstock.com/Sashkin

Die dynamisch typisierte JVM-Sprache Golo ist in Version 3.1.0 erschienen. Mit der neuen Nebenversion hat Golo den Incubator verlassen und gilt somit nun als vollwertiges Projekt der Eclipse Foundation. Neben Bugfixes haben die Entwickler seit dem Release von Golo 3.0.0 auch zahlreiche neue Features implementiert.

Der Mitte Januar dieses Jahres veröffentlichte erste Meilenstein von Golo 3.1.0 fügte der Sprache mit gololang.Errors beispielsweise neue Module hinzu, die dem Nutzer Möglichkeiten zur funktionalen Fehlerbehandlung an die Hand geben. Zudem können Strukturen nun verglichen werden; auch sind für sie jetzt benutzerdefinierte Fabrikfunktionen möglich. Des Weiteren werden implizite Module nun erst nach den expliziten importiert.

Der Anfang März erschienene zweite Meilenstein überarbeitete den Befehl golo compile dahingehend, dass Output nun direkt als JAR-Archiv ausgeben werden kann. Das neu eingeführte Modul gololang.Functions stellt Funktionen (auch höherer Ordnung) und Dekorierer bereit, die bekannte Idiome der funktionalen Programmierung unterstützen sollen. Ferner wird eine neue Syntax geboten, welche die Spezifizierung der Arität in Funktionsliteralen erlaubt.

Alle Neuerungen, die sich seit Release von Golo 3.0.0 ergeben haben, können in der Meilenstein-Übersicht nachverfolgt werden. Golo 3.1.0 steht der Eclipse Public License v1.0.

Golo, qu’est-ce que c’est?

Ähnlich wie Scala entstand Golo als Forschungsprojekt: Seit 2012 wurde die Sprache an der französischen Hochschule Institut National des Sciences Appliquées de Lyon (INSA de Lyon) entwickelt und galt den Entwicklern zufolge urpsrünglich vor allem als Showcase dafür, wie eine Sprachen-Runtime effektiv von den InvokeDynamic-Features aus Java 7 Gebrauch machen kann.

Golo verwendet die Standard-Klassen des JDK, was den Einsatz in mehrsprachigen Projekten vereinfachen soll; Golo ist in weiten Teilen mit Java und anderen JVM-Sprachen interoperabel. Der Quellcode wird in „Module“ geschrieben, Funktionen sind ein Grundelement der Sprache, auch Closures werden unterstützt. Golo wird von dem Großteil der wichtigsten IDEs und Editoren unterstützt (u. a. Eclipse, NetBeans und IntelliJ IDEA).

Aufmacherbild: Digital Code Background von Shutterstock / Urheberrecht: Sashkin

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Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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