Einfacher und deskriptiver?

Gluon krempelt Lösungsangebot für mobile JavaFX-Anwendungen um

Michael Thomas

© Shutterstock/iOleksiy Mark

JavaFX-Anwendungen auf mobile Geräte bringen: Dies ist eines der Hauptziele, die sich der Tool-Anbieter Gluon auf die Fahnen geschrieben hat. Aktuell hat das Unternehmen, das zahlreiche einst von Oracle begonnenen JavaFX-Initiativen übernommen und weitergeführt hat, aus Gründen der Vereinfachung – und um aussagekräftigere Bezeichnungen einzuführen – eine umfassende Reorganisation seines kompletten JavaFX-Angebots angekündigt.

Gluon hat nicht nur das von Oracle im Jahr 2015 endgültig in die Freiheit entlassene JavaFX-Entwicklertool Scene Builder unter seine Fittiche genommen. Der Tool-Anbieter hat sich vielmehr generell ganz der (Weiter)Entwicklung von das UI-Framework betreffenden Lösungen verschrieben. Im Zuge dieser Bestrebungen hat Gluon nun bekannt gegeben, seine seit Ende 2014 entwickelten Teilangebote (teils) zu reorganisieren und ihnen neue, ihren Umfang besser beschreibende, Namen zu verpassen. Im Zentrum steht dabei Gluon Mobile (nicht zu verwechseln mit der Ende Oktober 2015 erstmals veröffentlichten, gleichnamigen Bibliothek): Unter diesem Label werden ab sofort die Lösungen JavaFXPorts, Gluon Charm Down, Gluon Charm und Gluons IDE-Plug-ins zusammengefasst.

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JavaFXPorts ist ein quelloffenes Toolkit, das der Portierung von Java- und JavaFX-Anwendungen auf mobile Geräte, auf denen Android und iOS läuft, dient – für diesen Streich konnte JavaFXPorts bereits im Jahr 2014 den Duke’s Choice Award (bzw. den Community Choice Award) abstauben. Bei Gluon Charm Down handelt es sich um eine Bibliothek, die den Zugriff auf die nativen Funktionen der unterstützen Hardwaregeräte (mobile Android- und iOS-Geräte, eingebettete Geräte, Desktop-Rechner) gewährt. Gluon Charm Down bleibt seinen quelloffenen Wurzeln auch im Zuge der aktuellen Reorganisierung treu und steht Open-Source-Entwicklern weiterhin, ab sofort unter der GNU GPLv3, frei zur Verfügung. Für kommerzielle Kunden und Einsatzzwecke (also proprietäre Software bzw. Nutzer, die sich nicht an der Weiterentwicklung beteiligen wollen oder können) wird Gluon Charm Down künftig jedoch auch unter einer kommerziellen, ein Service-Level-Agreement einschließenden Lizenz angeboten.

Die Komponenten von Gluon Mobile (Quelle: http://gluonhq.com/simplifying-gluon/)

Die Komponenten von Gluon Mobile (Quelle: http://gluonhq.com/simplifying-gluon/)

Die zwei letzten Komponenten im Bunde sind Gluon Charm, seines Zeichens ein Toolkit für die Erstellung plattformübergreifender User Interfaces, sowie Gluons IDE-Plug-ins (für Eclipse, IntelliJ IDEA und NetBeans). Letztere wurden im Zuge der Reorganisierung teils massiv überarbeitet. So enthalten alle Plug-ins nunmehr Assistenten, die sich um die Generierung des Boilerplate-Codes kümmern. Des Weiteren arbeitet das Gluon-Team zur Zeit offenbar daran, den Plug-ins neue Funktionen zu verpassen. Dazu zählen u. a. die Unterstützung von Gluon Desktop und spezielle Optionen, die je nach Lizenz Zugriff auf die neuesten (täglich bzw. monatlich erstellten) Builds der verschiedenen Teilkomponenten (z. B. JavaFXPorts) gewähren.

Die vormals unter dem Namen Gluon Particle laufende desktopzentrierte Lösung wurde in ihrem Funktionsumfang derweil übrigens nicht geändert, sondern schlichtweg aus Gründen der Deskriptivität in Gluon Desktop umbenannt.

Aufmacherbild: Mobility and modern telecommunication concept von Shutterstock / Urheberrecht: Oleksiy Mark

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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